Was bestimmt, was ein Fisch frisst?
Die Ernährung eines Fisches hängt von mehreren Faktoren ab, wie der Art, der Umgebung und dem Bereich im Wasser, in dem er sich aufhält. Einige Fische sind von Natur aus auf pflanzliche Nahrung spezialisiert, während andere tierisches Futter benötigen. Grundsätzlich können wir Fische in drei Ernährungsgruppen einteilen: Pflanzenfresser, Fleischfresser und Allesfresser. Wenn Sie wissen, zu welcher Gruppe Ihr Fisch gehört, können Sie das Futter besser auf seine natürlichen Bedürfnisse abstimmen.
1. Pflanzenfresser: und Allesfresser mit starker Vorliebe für pflanzliche Nahrung fressen hauptsächlich Algen und pflanzliches Material. Diese Fische profitieren von Futter mit hohem Pflanzenanteil. Beispiele:
- Goldfisch: frisst Flockenfutter, pflanzliches Futter und weiche Wasserpflanzen
- Molly: frisst gerne Algen und pflanzliches Flockenfutter
- Pleco (Algenfresser): ernährt sich von Algen und speziellen Algen-Wafers
- Graskarpfen: frisst Wasserpflanzen und anderes pflanzliches Material
2. Fleischfresser: benötigen vor allem eiweißreiches Futter tierischen Ursprungs. Dies entspricht ihrer natürlichen Ernährung, die häufig aus Insekten, Larven oder kleinen Wassertieren besteht. Beispiele:
- Betta (Siamesischer Kampffisch): frisst Insektenlarven und spezielles Betta-Futter
- Cichliden: erhalten Granulat, Frostfutter oder spezielles Cichlidenfutter
- Raubfische: fressen kleine Fische oder eiweißreiches Spezialfutter
- Stör: frisst sinkendes, eiweißreiches Futter, kleine Wassertiere und spezielles Störfutter
3. Allesfresser: kombinieren pflanzliche und tierische Nahrung. Diese Fische sind oft flexibel in ihrer Ernährung, profitieren jedoch von einer abwechslungsreichen Fütterung. Beispiele:
- Guppys: fressen Flockenfutter, kleine Insekten und Artemia
- Platys: erhalten Flocken, Granulat und pflanzliches Futter
- Schwertträger: fressen sowohl pflanzliches als auch tierisches Futter
- Koi: fressen Pellets, Insekten, pflanzliches Material und spezielles Koifutter, abgestimmt auf die Jahreszeit
Wo im Wasser frisst Ihr Fisch?
Nicht nur was ein Fisch frisst, ist wichtig, sondern auch wo er sein Futter sucht. Wenn Sie dies berücksichtigen, vermeiden Sie, dass Futter liegen bleibt und das Wasser verschmutzt. Fische lassen sich grob einteilen in:
- Oberflächenfresser: Diese Fische nehmen ihr Futter von der Wasseroberfläche auf, zum Beispiel schwimmende Flocken. Beispiele sind Bettas und einige Lebendgebärende.
- Mittelzonenfresser: Diese Fische fressen, während sie frei im Wasser schwimmen. Sinkendes Granulat oder langsam sinkende Flocken sind geeignet. Beispiele sind Danios und Sumatrabarben.
- Bodenfresser: Bodenfische suchen ihr Futter am oder im Substrat. Tabletten oder Wafers, die zu Boden sinken, sind ideal. Beispiele sind Corydoras und Plecos.
Natürliches Verhalten und Abwechslung
In der Natur fressen Fische selten jeden Tag exakt dasselbe. Abwechslung in der Ernährung fördert das natürliche Suchverhalten und sorgt für eine breitere Nährstoffaufnahme.
Denken Sie zum Beispiel an:
- Abwechslung zwischen Flocken, Granulat und Tabletten
- Ergänzung mit Frost- oder Lebendfutter (wie Artemia oder Mückenlarven)
- Pflanzliche Ergänzungen wie Spirulina
Wie viel und wie oft sollten Sie füttern?
Zu viel Futter ist einer der häufigsten Fehler bei Aquarium- und Teichfischen. Eine gute Richtlinie ist, nur so viel zu geben, wie innerhalb weniger Minuten vollständig gefressen wird. So verhindern Sie, dass Futter am Boden liegen bleibt und das Wasser verschmutzt.
Für die meisten Fische reicht ein- bis zweimal tägliches Füttern aus. Junge, wachsende Fische benötigen häufig kleinere Portionen über den Tag verteilt, um ihre Entwicklung zu unterstützen. Bei erwachsenen Aquarienfischen kann ein Fastentag pro Woche helfen, Überfütterung zu vermeiden und das Verdauungssystem zu entlasten. Übermäßiges Füttern kann nämlich zu Wasserverschmutzung und Gesundheitsproblemen führen.
Spezifische Ernährungsbedürfnisse je nach Lebensphase
Der Nährstoffbedarf von Fischen verändert sich mit zunehmendem Alter:
- Junge Fische benötigen feines und relativ eiweißreiches Futter, um gut wachsen zu können. Dieses ist häufig als spezielles Aufzuchtfutter in Pulver- oder Mikrokornform erhältlich, abgestimmt auf kleine Mäuler und schnelles Wachstum.
- Erwachsene Fische benötigen vor allem ein ausgewogenes Erhaltungsfutter, das zu ihrer Art und ihrem Aktivitätsniveau passt. Hierfür gibt es Komplettfutter, das speziell für tropische Zierfische, Goldfische oder Teichfische zusammengestellt ist.
- Zuchtfische können von zusätzlicher energiereicher oder eiweißreicher Nahrung profitieren, um ihre Kondition zu unterstützen. Auch hierfür gibt es spezielle Zuchtfutter, die vorübergehend gefüttert werden können.
Indem Sie ein Futter wählen, das auf die Lebensphase Ihres Fisches abgestimmt ist, stellen Sie sicher, dass er genau die Nährstoffe erhält, die er aktuell benötigt.
Achten Sie auf die Qualität des Futters
Gutes Fischfutter ist auf die natürlichen Bedürfnisse der Fische abgestimmt und enthält sorgfältig ausgewählte Zutaten. Achten Sie bei der Auswahl auf die Angabe der Ernährungsgruppe (Pflanzenfresser, Fleischfresser oder Allesfresser), die richtige Korngröße und darauf, ob es für Süß- oder Salzwasser geeignet ist. Außerdem ist es wichtig, das Futter trocken und gut verschlossen aufzubewahren, damit die Qualität erhalten bleibt.
Haben Sie nach dem Lesen dieses Blogs noch Fragen zur Ernährung Ihrer Fische? Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf unter tierarzt@medpets.de.