Der Lebenszyklus der Herbstgrasmilbe
Um zu verstehen, wann Beschwerden auftreten können, ist es hilfreich, den Lebenszyklus der Herbstgrasmilbe zu kennen:
Im Spätsommer und Herbst (August und September) schlüpfen die Eier, die ein Jahr zuvor im Boden abgelegt wurden. Die Larven haben sechs Beine (im Gegensatz zur erwachsenen Milbe mit acht Beinen) und sind das einzige parasitäre Entwicklungsstadium. Sie ernähren sich von Gewebeflüssigkeit von Insekten, anderen Milben oder Säugetieren. Sie klettern auf Gräser oder niedrige Sträucher und heften sich an vorbeikommende Tiere oder Menschen. Nach einigen Tagen lassen sie sich fallen und entwickeln sich zunächst zu Nymphen und später zu erwachsenen Milben. Der gesamte Zyklus dauert etwa zwei Monate.
Welche Tiere sind von Herbstgrasmilben betroffen?
Vor allem Hunde, Katzen und Kaninchen können von Herbstgrasmilben betroffen sein. Sie kommen beim Aufenthalt im Freien mit den Milben in Kontakt, insbesondere in hohem Gras oder in naturbelassenen Gebieten. Die meisten Beschwerden treten in den Monaten August und September auf.
Achtung: Auch Menschen können von diesen Milben betroffen sein!
Symptome eines Befalls mit Herbstgrasmilben
Die Larven heften sich vor allem an warme, dünn behaarte Hautstellen. Dazu gehören:
- Kopf (rund um Augen, Schnauze und Ohren)
- Ohrfalten
- Zwischen den Zehen oder an den Pfotenrändern
- Bauch und Leistenbereich
Folgende Beschwerden treten besonders häufig auf:
- Starker Juckreiz
- Rötung und Reizung der Haut
- Sekundäre Hautläsionen durch Kratzen, Beißen und Scheuern
- Hautentzündungen
Der Juckreiz kann noch längere Zeit anhalten, auch wenn die Milben selbst bereits verschwunden sind.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Herbstgrasmilben sind mit bloßem Auge sichtbar. Sie erscheinen häufig als kleine, leuchtend orangefarbene Punkte. Oft sitzen sie in Gruppen zusammen, beispielsweise in einer Hautfalte oder zwischen den Zehen. Der Tierarzt kann die Milben gegebenenfalls mithilfe eines Klebestreifenpräparats oder Hautgeschabsels unter dem Mikroskop nachweisen. Meist ist die Diagnose jedoch bereits anhand des Erscheinungsbildes möglich.
Wie können Herbstgrasmilben behandelt werden?
Die Behandlung besteht häufig aus zwei Teilen: Zum einen müssen die Milben selbst bekämpft werden, zum anderen sollte die gereizte Haut behandelt werden.
Bekämpfung der Milben
Verwenden Sie ein Mittel gegen Flöhe und Zecken, wie beispielsweise Frontline Spray. Dieses können Sie direkt auf die betroffenen Stellen sprühen. Auch Spot-on-Präparate mit Fipronil können bei der Vorbeugung und Behandlung eingesetzt werden.
Achtung: Einige Wirkstoffe wie Permethrin sind wirksam, für Katzen jedoch giftig. Verwenden Sie ausschließlich Produkte, die ausdrücklich für Hunde beziehungsweise Katzen geeignet sind.
Behandlung der Haut
Bei starken Hautreizungen oder Entzündungen sollte auch die Haut selbst behandelt werden. Reinigen Sie die Haut vorsichtig, beispielsweise mit dem Maxani Cleanser Spray. Bei sekundären Infektionen kann der Tierarzt entzündungshemmende Medikamente oder Antibiotika verschreiben. Liegt keine eindeutige bakterielle Infektion vor, kann ein Produkt wie Clorexyderm Spot Gel auch lokal eingesetzt werden. Eine Halskrause oder ein Schutzbody kann dabei helfen, Beißen und Kratzen zu verhindern.
Wie können Sie einem Befall mit Herbstgrasmilben vorbeugen?
Ein Befall lässt sich nur schwer vollständig verhindern. Mit einigen vorbeugenden Maßnahmen können Sie das Risiko jedoch deutlich verringern:
- Vermeiden Sie Spaziergänge in hohem Gras oder in Gebieten, in denen bereits zuvor Herbstgrasmilben aufgetreten sind
- Kontrollieren Sie Ihr Tier nach einem Spaziergang
- Behandeln Sie vorbeugend mit einem Floh- und Zeckenmittel, das auch gegen Milben wirkt, wie beispielsweise Frontline. Bei Hunden kann auch Permethrin verwendet werden. Für Katzen ist Permethrin jedoch lebensgefährlich.
Haben Sie noch Fragen zu Herbstgrasmilben? Dann kontaktieren Sie uns unter tierarzt@medpets.de.