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Rhinovirus bei Pferden (Rhinopneumonie)

Geschrieben von Mara |

Das Rhinovirus bei Pferden, besser bekannt als Rhinopneumonie, ist eine hoch ansteckende Infektionskrankheit, die große Auswirkungen auf die Gesundheit von Pferden und das Stallmanagement haben kann. Die Erkrankung wird durch das Equine Herpesvirus (EHV) verursacht und kommt weltweit häufig vor. In diesem Blog erfahren Sie, was Rhinopneumonie genau ist, welche Symptome auftreten können, wie eine Ansteckung erfolgt und wie Sie die Erkrankung möglichst gut vorbeugen können.

Zwei Pferde fressen gemeinsam Heu

Was ist Rhinopneumonie bei Pferden?

Rhinopneumonie ist ein Sammelbegriff für Krankheitserscheinungen, die verursacht werden durch:

  • Equines Herpesvirus Typ 1 (EHV-1)
  • Equines Herpesvirus Typ 4 (EHV-4)

Beide Viren verursachen vor allem Atemwegserkrankungen. EHV-1 kann jedoch zusätzlich zu Aborten bei tragenden Stuten sowie zu neurologischen Symptomen führen, der sogenannten neurologischen Form der Rhinopneumonie.

Ein wichtiges Merkmal dieser Viren ist, dass viele Pferde Träger sind, ohne dauerhaft krank zu sein.

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Wie infizieren sich Pferde?

Rhinopneumonie ist hoch ansteckend und kann sich auf verschiedene Weise verbreiten:

  • durch direkten Kontakt zwischen Pferden (Nase-zu-Nase-Kontakt)
  • über Husten und Nasenausfluss
  • indirekt über Menschen (Hände, Kleidung, Schuhe)
  • über Materialien wie Halfter, Decken, Futtertröge und Transportmittel

Das Virus kann zudem bei einem bereits infizierten Trägerpferd erneut aktiv werden. Dies geschieht häufig bei Stress, zum Beispiel durch:

  • Transport
  • Turniere
  • Stallwechsel
  • Krankheit oder verminderte Widerstandskraft

Symptome der Rhinopneumonie

Die Symptome der Rhinopneumonie können stark variieren und hängen vom Virustyp sowie von der Krankheitsform ab.

Atemwegserkrankungen (am häufigsten)

Pferde mit Atemwegsbeschwerden durch das Rhinovirus zeigen:

  • Fieber
  • Nasenausfluss
  • Husten
  • Mattigkeit
  • verminderten Appetit

Diese Symptome ähneln häufig einer milden Erkältung, insbesondere bei EHV-4.

Abort bei Stuten

Bei EHV-1 kann es bei tragenden Stuten plötzlich zu einem Abort kommen, manchmal ohne vorherige deutliche Krankheitsanzeichen. Der Abort tritt häufig im fortgeschrittenen Stadium der Trächtigkeit auf und hat oft erhebliche emotionale und wirtschaftliche Folgen.

Neurologische Form (EHM oder Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie)

Die schwerste Form ist die neurologische Rhinopneumonie, verursacht durch EHV-1.

Mögliche Symptome sind:

  • Koordinationsstörungen (Ataxie)
  • Schwäche oder Lähmung der Hinterhand
  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • Probleme beim Harn- oder Kotabsatz

Diese Form kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.

Diagnose

Die Diagnose wird durch die Tierärztin oder den Tierarzt gestellt, häufig basierend auf:

  • klinischen Symptomen
  • PCR-Untersuchungen von Nasentupfern oder Blut
  • gegebenenfalls weiterführender Diagnostik bei neurologischen Symptomen

Eine schnelle Diagnose ist wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Impfung gegen Rhinopneumonie

Die Impfung ist eine wichtige Maßnahme, um das Risiko einer Erkrankung und schwerer Krankheitsverläufe bei Ihrem Pferd zu verringern.

Die Impfung:

  • reduziert die Schwere der Symptome
  • verringert die Virusausscheidung
  • hilft, Aborte durch EHV-1 zu verhindern

Wichtig zu wissen: Die Impfung verhindert weder eine Infektion noch das Trägertum, ist jedoch als vorbeugende Maßnahme besonders wichtig, vor allem in Beständen mit mehreren Pferden und bei Zuchtstuten.

Hygiene und Stallmanagement

Eine gute Hygiene ist entscheidend zur Vorbeugung und Eindämmung der Rhinopneumonie:

  • isolieren Sie kranke oder verdächtige Pferde sofort
  • waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände nach Kontakt mit Pferden
  • verwenden Sie keine gemeinsam genutzten Materialien zwischen Ställen
  • beschränken Sie Besucher und Transporte während eines Ausbruchs
  • sorgen Sie für klare Laufwege und einen Kleidungswechsel

Bei einem Ausbruch sind Quarantäne und striktes Stallmanagement notwendig, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Lesen Sie mehr in unserem Blog Die Bedeutung einer gesunden Stallumgebung für Pferde.

Rhinopneumonie ist eine häufige, aber potenziell sehr schwere Erkrankung bei Pferden. Da viele Pferde Träger sind und das Virus durch Stress reaktiviert werden kann, bleibt Wachsamkeit wichtig. Impfung, gute Hygiene und schnelles Handeln bei Symptomen sind der Schlüssel, um die Auswirkungen dieser Krankheit möglichst gering zu halten.

Haben Sie Fragen zur Rhinopneumonie bei Pferden? Nehmen Sie Kontakt auf über tierarzt@medpets.de.

 

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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