Wie infizieren sich Pferde?
Rhinopneumonie ist hoch ansteckend und kann sich auf verschiedene Weise verbreiten:
- durch direkten Kontakt zwischen Pferden (Nase-zu-Nase-Kontakt)
- über Husten und Nasenausfluss
- indirekt über Menschen (Hände, Kleidung, Schuhe)
- über Materialien wie Halfter, Decken, Futtertröge und Transportmittel
Das Virus kann zudem bei einem bereits infizierten Trägerpferd erneut aktiv werden. Dies geschieht häufig bei Stress, zum Beispiel durch:
- Transport
- Turniere
- Stallwechsel
- Krankheit oder verminderte Widerstandskraft
Symptome der Rhinopneumonie
Die Symptome der Rhinopneumonie können stark variieren und hängen vom Virustyp sowie von der Krankheitsform ab.
Atemwegserkrankungen (am häufigsten)
Pferde mit Atemwegsbeschwerden durch das Rhinovirus zeigen:
- Fieber
- Nasenausfluss
- Husten
- Mattigkeit
- verminderten Appetit
Diese Symptome ähneln häufig einer milden Erkältung, insbesondere bei EHV-4.
Abort bei Stuten
Bei EHV-1 kann es bei tragenden Stuten plötzlich zu einem Abort kommen, manchmal ohne vorherige deutliche Krankheitsanzeichen. Der Abort tritt häufig im fortgeschrittenen Stadium der Trächtigkeit auf und hat oft erhebliche emotionale und wirtschaftliche Folgen.
Neurologische Form (EHM oder Equine Herpesvirus-Myeloenzephalopathie)
Die schwerste Form ist die neurologische Rhinopneumonie, verursacht durch EHV-1.
Mögliche Symptome sind:
- Koordinationsstörungen (Ataxie)
- Schwäche oder Lähmung der Hinterhand
- Schwierigkeiten beim Aufstehen
- Probleme beim Harn- oder Kotabsatz
Diese Form kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.
Diagnose
Die Diagnose wird durch die Tierärztin oder den Tierarzt gestellt, häufig basierend auf:
- klinischen Symptomen
- PCR-Untersuchungen von Nasentupfern oder Blut
- gegebenenfalls weiterführender Diagnostik bei neurologischen Symptomen
Eine schnelle Diagnose ist wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Impfung gegen Rhinopneumonie
Die Impfung ist eine wichtige Maßnahme, um das Risiko einer Erkrankung und schwerer Krankheitsverläufe bei Ihrem Pferd zu verringern.
Die Impfung:
- reduziert die Schwere der Symptome
- verringert die Virusausscheidung
- hilft, Aborte durch EHV-1 zu verhindern
Wichtig zu wissen: Die Impfung verhindert weder eine Infektion noch das Trägertum, ist jedoch als vorbeugende Maßnahme besonders wichtig, vor allem in Beständen mit mehreren Pferden und bei Zuchtstuten.
Hygiene und Stallmanagement
Eine gute Hygiene ist entscheidend zur Vorbeugung und Eindämmung der Rhinopneumonie:
- isolieren Sie kranke oder verdächtige Pferde sofort
- waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände nach Kontakt mit Pferden
- verwenden Sie keine gemeinsam genutzten Materialien zwischen Ställen
- beschränken Sie Besucher und Transporte während eines Ausbruchs
- sorgen Sie für klare Laufwege und einen Kleidungswechsel
Bei einem Ausbruch sind Quarantäne und striktes Stallmanagement notwendig, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Lesen Sie mehr in unserem Blog Die Bedeutung einer gesunden Stallumgebung für Pferde.
Rhinopneumonie ist eine häufige, aber potenziell sehr schwere Erkrankung bei Pferden. Da viele Pferde Träger sind und das Virus durch Stress reaktiviert werden kann, bleibt Wachsamkeit wichtig. Impfung, gute Hygiene und schnelles Handeln bei Symptomen sind der Schlüssel, um die Auswirkungen dieser Krankheit möglichst gering zu halten.
Haben Sie Fragen zur Rhinopneumonie bei Pferden? Nehmen Sie Kontakt auf über tierarzt@medpets.de.