Verschiedene Formen der Polydaktylie
Nicht jede polydaktyle Katze sieht gleich aus. Es gibt zwei Hauptformen:
- Präaxiale Polydaktylie: Die zusätzlichen Zehen befinden sich an der Daumenseite, also an der Innenseite der Pfote. Dies wird oft als „Mitten Paw“ oder „Fäustlingspfote“ bezeichnet, da die Pfote aussieht, als würde die Katze einen Handschuh tragen.
- Postaxiale Polydaktylie: Die zusätzlichen Zehen befinden sich an der Außenseite der Pfote, an der Kleinzehenseite. Dies wird auch „Patty Feet“ oder „Snowshoe“ genannt.
Die Anzahl der zusätzlichen Zehen ist unterschiedlich. Manche Katzen haben eine zusätzliche Zehe pro Pfote, andere mehrere.
Hemingway-Katzen
Katzen mit Polydaktylie werden auch Hemingway-Katzen genannt. Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway erhielt in den 1930er Jahren von einem Schiffskapitän ein Kätzchen mit sechs Zehen pro Pfote. Das weiße Kätzchen erhielt den Namen Snow White. Auf seinem Anwesen in Key West leben bis heute Nachkommen dieser polydaktylen Katzen. Seitdem wird der Name „Hemingway-Katze“ häufig für Katzen mit zusätzlichen Zehen verwendet.
Wie wird die Diagnose gestellt?
Meist ist Polydaktylie sofort sichtbar. Manchmal sind die zusätzlichen Zehen jedoch nur kleine Ausstülpungen unter der Haut und nicht vollständig entwickelt. In diesem Fall kann eine Röntgenaufnahme zeigen, wie viele Zehenglieder vorhanden sind. Heutzutage gibt es auch DNA-Tests, zum Beispiel über Langford Vets, um Träger des Gens zu identifizieren.
Hat eine polydaktyle Katze gesundheitliche Probleme?
In den meisten Fällen verursacht Polydaktylie keine gesundheitlichen Probleme, vorausgesetzt:
- Die Krallen werden gut gepflegt.
- Es liegen keine Fehlbildungen der Knochen oder Gelenke vor.
Die zusätzlichen Krallen wachsen jedoch häufig schnell. Deshalb ist regelmäßiges Krallenschneiden besonders wichtig. Zusätzliche Zehen können sich auch weniger gut abnutzen. Sehen Sie sich hier alles in unserer Kategorie Pfotenpflege für Katzen an.
Eine Ausnahme bilden seltene Varianten, die mit radialer Hypoplasie zusammenhängen, auch „Twistycats“ genannt. Dabei können die Vorderbeine abweichend geformt sein und die Beweglichkeit eingeschränkt sein. Diese Form gilt als problematisch.
Rassestandards und Shows
Polydaktylie wird nicht bei allen Rassen akzeptiert:
- Maine Coon: meist nicht innerhalb des offiziellen Rassestandards erlaubt, 5 Zehen vorne, 4 hinten.
- Pixiebob: eine der wenigen Rassen, bei denen Polydaktylie erlaubt ist.
Bei den oben genannten Katzenrassen kommt Polydaktylie daher regelmäßig vor. Grundsätzlich kann sie jedoch bei allen Katzen auftreten.
Bei FIFe Shows, Fédération Internationale Féline, können polydaktyle Katzen meist nicht um Titel konkurrieren. Bei der TICA, The International Cat Association, können polydaktyle Katzen häufig gezeigt werden. Sie werden in der Klasse „NEW Traits“ präsentiert.
Zuchtpolitik: erwünscht oder nicht?
Das Gen ist dominant, wodurch eine gezielte Zucht relativ einfach ist. Einige Züchter, insbesondere in den USA, züchten bewusst sogenannte „Poly Coons“ aufgrund ihres historischen Hintergrunds und ihres einzigartigen Aussehens. Gleichzeitig wird die gezielte Zucht polydaktyler Katzen von manchen Organisationen, wie International Cat Care, nicht befürwortet.
Der wichtigste Grundsatz bleibt: Zusätzliche Zehen dürfen keine Schmerzen, Gehprobleme oder funktionellen Einschränkungen verursachen.
Haben Sie Zweifel an den Pfoten Ihrer Katze oder bemerken Sie, dass Ihre Katze anders läuft? Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Tierarzt für eine Kontrolle auf.