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Polydaktyle Katze

Geschrieben von Mara |

Eine polydaktyle Katze ist eine Katze, die mit mehr Zehen als gewöhnlich geboren wird. Dabei handelt es sich um eine angeborene genetische Besonderheit. Die meisten Katzen haben insgesamt 18 Zehen: 5 Zehen an jeder Vorderpfote und 4 Zehen an jeder Hinterpfote. Bei Polydaktylie hat eine Katze eine oder mehrere zusätzliche Zehen, meist an den Vorderpfoten. Die Anzahl der zusätzlichen Zehen kann von Katze zu Katze variieren.

Katze liegt auf dem Bett

Warum kommt Polydaktylie vor?

Polydaktylie ist eine erbliche Eigenschaft, die dominant vererbt wird. Das bedeutet, wenn ein Elternteil das Gen trägt, kann ein Teil der Kätzchen ebenfalls zusätzliche Zehen bekommen.

Bei einigen Rassen kommt dies relativ häufig vor. So wurden bei der Maine Coon früher bis zu 40 Prozent polydaktyle Katzen gesehen. Man geht davon aus, dass dies eine natürliche Anpassung an kalte, schneereiche Gebiete war. Zusätzliche Zehen sorgten für:

  • Mehr Halt im Schnee
  • Bessere Gewichtsverteilung
  • Weniger Einsinken

Heutzutage wird Polydaktylie bei der Maine Coon meist nicht mehr als Rassestandard akzeptiert, kommt aber weiterhin vor.

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Verschiedene Formen der Polydaktylie

Nicht jede polydaktyle Katze sieht gleich aus. Es gibt zwei Hauptformen:

  • Präaxiale Polydaktylie: Die zusätzlichen Zehen befinden sich an der Daumenseite, also an der Innenseite der Pfote. Dies wird oft als „Mitten Paw“ oder „Fäustlingspfote“ bezeichnet, da die Pfote aussieht, als würde die Katze einen Handschuh tragen.
  • Postaxiale Polydaktylie: Die zusätzlichen Zehen befinden sich an der Außenseite der Pfote, an der Kleinzehenseite. Dies wird auch „Patty Feet“ oder „Snowshoe“ genannt.

Die Anzahl der zusätzlichen Zehen ist unterschiedlich. Manche Katzen haben eine zusätzliche Zehe pro Pfote, andere mehrere.

Hemingway-Katzen

Katzen mit Polydaktylie werden auch Hemingway-Katzen genannt. Der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway erhielt in den 1930er Jahren von einem Schiffskapitän ein Kätzchen mit sechs Zehen pro Pfote. Das weiße Kätzchen erhielt den Namen Snow White. Auf seinem Anwesen in Key West leben bis heute Nachkommen dieser polydaktylen Katzen. Seitdem wird der Name „Hemingway-Katze“ häufig für Katzen mit zusätzlichen Zehen verwendet.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Meist ist Polydaktylie sofort sichtbar. Manchmal sind die zusätzlichen Zehen jedoch nur kleine Ausstülpungen unter der Haut und nicht vollständig entwickelt. In diesem Fall kann eine Röntgenaufnahme zeigen, wie viele Zehenglieder vorhanden sind. Heutzutage gibt es auch DNA-Tests, zum Beispiel über Langford Vets, um Träger des Gens zu identifizieren.

Hat eine polydaktyle Katze gesundheitliche Probleme?

In den meisten Fällen verursacht Polydaktylie keine gesundheitlichen Probleme, vorausgesetzt:

  • Die Krallen werden gut gepflegt.
  • Es liegen keine Fehlbildungen der Knochen oder Gelenke vor.

Die zusätzlichen Krallen wachsen jedoch häufig schnell. Deshalb ist regelmäßiges Krallenschneiden besonders wichtig. Zusätzliche Zehen können sich auch weniger gut abnutzen. Sehen Sie sich hier alles in unserer Kategorie Pfotenpflege für Katzen an.

Eine Ausnahme bilden seltene Varianten, die mit radialer Hypoplasie zusammenhängen, auch „Twistycats“ genannt. Dabei können die Vorderbeine abweichend geformt sein und die Beweglichkeit eingeschränkt sein. Diese Form gilt als problematisch.

Rassestandards und Shows

Polydaktylie wird nicht bei allen Rassen akzeptiert:

  • Maine Coon: meist nicht innerhalb des offiziellen Rassestandards erlaubt, 5 Zehen vorne, 4 hinten.
  • Pixiebob: eine der wenigen Rassen, bei denen Polydaktylie erlaubt ist.

Bei den oben genannten Katzenrassen kommt Polydaktylie daher regelmäßig vor. Grundsätzlich kann sie jedoch bei allen Katzen auftreten.

Bei FIFe Shows, Fédération Internationale Féline, können polydaktyle Katzen meist nicht um Titel konkurrieren. Bei der TICA, The International Cat Association, können polydaktyle Katzen häufig gezeigt werden. Sie werden in der Klasse „NEW Traits“ präsentiert.

Zuchtpolitik: erwünscht oder nicht?

Das Gen ist dominant, wodurch eine gezielte Zucht relativ einfach ist. Einige Züchter, insbesondere in den USA, züchten bewusst sogenannte „Poly Coons“ aufgrund ihres historischen Hintergrunds und ihres einzigartigen Aussehens. Gleichzeitig wird die gezielte Zucht polydaktyler Katzen von manchen Organisationen, wie International Cat Care, nicht befürwortet.

Der wichtigste Grundsatz bleibt: Zusätzliche Zehen dürfen keine Schmerzen, Gehprobleme oder funktionellen Einschränkungen verursachen.

Haben Sie Zweifel an den Pfoten Ihrer Katze oder bemerken Sie, dass Ihre Katze anders läuft? Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Tierarzt für eine Kontrolle auf.

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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