Wasserbedarf von Schafen
Wasser ist oft der am meisten unterschätzte Nährstoff, besonders bei Schafen in Weidehaltung. Stellen Sie immer unbegrenzt frisches und sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Im Winter, wenn weicher Schnee liegt, können Schafe ihren Flüssigkeitsbedarf über Schnee decken, aber nur, wenn sie kein Trockenfutter bekommen. Bei trockener Fütterung, wie Heu oder Pellets, ist zusätzliches Wasser notwendig, auch bei Schnee. Liegt Schnee mit einer Eiskruste, müssen Sie die Kruste aufbrechen, damit die Tiere daran gelangen. Eine tägliche Kontrolle bleibt wichtig.
Energie- und Eiweißbedarf eines Schafs
Ein Hobby-Schaf kann seinen Energie- und Eiweißbedarf meist mit Gras und Heu decken. Zusätzliche Energie über Kraftfutter ist nur nötig bei:
- Tragenden oder säugenden Mutterschafen
- Jungen Lämmern
- Älteren Tieren mit Konditionsverlust
- Bei strenger Kälte oder extremer Trockenheit
Achten Sie darauf: Füttern Sie immer speziell Schafpellets, keine Rinder- oder Ziegenpellets, diese enthalten zu viel Kupfer.
Mineralstoffe für ein Schaf
Mineralstoffe sind auch für Hobby-Schafe essenziell. Ein Mangel kann zu Teilnahmslosigkeit, Wachstumsproblemen oder verminderter Widerstandskraft führen. Stellen Sie Ihren Tieren daher Schaf-Lecksteine oder Mineralblöcke mit angepasstem Salz- und Mineralstoffgehalt zur Verfügung.
Calcium und Phosphor sind wichtig für Skelett und Stoffwechsel, besonders bei Wachstum und Trächtigkeit. Jod wird für eine gesunde Schilddrüse benötigt. Kobalt ist essenziell für die Bildung von Vitamin B12, das für Wachstum und Widerstandskraft erforderlich ist. Selen und Zink unterstützen die Abwehrkräfte und die Hautgesundheit.
Achtung bei Texel-Schafen und anderen empfindlichen Rassen: Diese reagieren besonders empfindlich auf Kupfer, wählen Sie daher immer Produkte speziell für Schafe.
Vitamine für ein Schaf
Auch für Schafe sind Vitamine sehr wichtig, insbesondere Vitamin E und Vitamin B1.
Vitamin E ist wichtig für Muskelfunktion, Widerstandskraft und Fruchtbarkeit. Ein Mangel kann zu Muskelschwäche oder Fruchtbarkeitsproblemen führen, besonders bei Lämmern und tragenden Mutterschafen. Schafe können Vitamin E kaum speichern, daher muss es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden.
Ein Mangel an Vitamin B1 kann zu Polioenzephalomalazie führen, einer schweren Gehirnerkrankung bei Schafen mit Symptomen wie Blindheit, unsicherem Gang oder Schreckreaktionen. Dies wird vor allem bei einem Ungleichgewicht im Futter oder bei plötzlichen Futterumstellungen gesehen.
Sie können Problemen vorbeugen, indem Sie eine stabile, hochwertige Fütterung sicherstellen. Seien Sie vorsichtig mit zu viel Kraftfutter oder plötzlichen Futterumstellungen.
Was darf ein Schaf nicht fressen?
Füttern Sie Ihrem Schaf die folgenden Dinge lieber nicht:
- Brot: kann Verstopfung oder Erstickung verursachen und enthält zu viel Salz
- Rinder- oder Ziegenpellets: enthalten zu viel Kupfer und sind für Schafe gefährlich
- Giftige Pflanzen: Jakobskreuzkraut, Eibe, Lorbeer, Fingerhut und andere Pflanzen sind für Schafe giftig
- Salat und Zwiebeln: sind schwer verdaulich und schädlich für Ihr Schaf
Giftige Pflanzen für Schafe
Giftige Pflanzen für Schafe sind unter anderem Jakobskreuzkraut, Johanniskraut, Adlerfarn, Eibe, Rhododendron, Oleander, Kirschlorbeer und unreife Eicheln. Die Gefahr dieser Pflanzen steigt, wenn sie in Heu oder Silage gelangen, weil die Giftwirkung dann nicht verschwindet, die Unschmackhaftigkeit jedoch schon. Auch auf Schnittgut zu achten ist entscheidend, weil Giftstoffe daraus schnell aufgenommen werden und tödlich sein können.
Bekannte giftige Pflanzen für Schafe:
- Jakobskreuzkraut: Enthält Pyrrolizidinalkaloide, die Leberschäden verursachen, besonders wenn es in Heu gelangt.
- Johanniskraut: Eine weitere giftige Pflanze, die Leberprobleme verursachen kann.
- Adlerfarn: Alle Teile dieser Pflanze sind giftig, auch nach dem Trocknen.
- Eibe: Ein sehr giftiger Strauch, bei dem bereits eine kleine Menge tödlich sein kann.
- Rhododendron und Azalee: Diese Zierpflanzen können gefährlich sein, besonders wenn Schafe in schneereichen Zeiten daran knabbern.
- Oleander: Eine giftige Zierpflanze, deren Giftstoffe über Schnittgut auf die Weide gelangen können.
- Kirschlorbeer: Auch Kirschlorbeer ist giftig und kann nach Aufnahme von Schnittgut schnell zu einer Blausäurevergiftung führen.
- Unreife Eicheln und junge Eichenblätter: Diese enthalten Gerbsäure, die Magen- und Darmprobleme verursachen kann.
Achten Sie besonders auf:
- Heu und Silage: Die Giftstoffe in Pflanzen wie Jakobskreuzkraut bleiben in Heu aktiv, aber der bittere Geschmack verschwindet, sodass Schafe sie unbemerkt fressen können.
- Schnittgut: Schnitt von giftigen Sträuchern wie Eibe oder Kirschlorbeer darf niemals zu den Tieren geworfen werden. Die Giftstoffe werden schnell vom Körper aufgenommen.
- Langfristige Aufnahme: Einige giftige Pflanzen verursachen Vergiftungen durch langfristige Aufnahme kleiner Mengen, was zu Leberversagen führen kann.
Haben Sie noch Fragen zum Futter für Ihre Schafe? Dann kontaktieren Sie uns über tierarzt@medpets.de.