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Die Zeckenzeit: Welche Zeckenarten gibt es?

Geschrieben von Mara | Dierenarts |

Es scheint noch früh im Jahr zu sein, aber die Zeckensaison hat schon begonnen. Tatsächlich sind die Zecken bereits aktiv, wenn es draußen wärmer als 7 Grad Celsius wird. Grund genug also, sich wieder vor den gemeinen Tierchen in Acht zu nehmen.

Mann, Frau und Hund im Wald

Wann ist die Zeckenzeit für Hunde in Deutschland?

In der Regel sind Zecken von April bis Oktober wieder aktiv.
Bei sehr milden Wintern, wie in diesem Jahr, kann man schon im März mit den ersten aktiven Zecken rechnen.

Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?

Die folgenden Zecken kommen in Deutschland vor:

  • Ixodes Ricinus, auch Gemeiner Holzbock genannt, der in ganz Europa mit Ausnahme von Nordskandinavien vorkommt. Diese Zecke kann Borreliose, FSME und Anaplasmen übertragen.
  • Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke oder Buntzecke). Diese Zecke kommt in ganz Europa von der Atlantikküste bis nach Kasachstan vor. Diese Zecke kann Babesiose übertragen.
  • Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke). Diese Zecke kommt in Deutschland bisher zwar erheblich seltener vor als die anderen Zecken. Im gegensatz zu den anderen Zecken kann diese Zecke auch innerhalb von Räumen wie Zwingern oder Tierheimen überleben.
  • Hyalomma-Zecke oder die “tropische Riesenzecke”. Diese Zecke war 2018 in den Nachrichten zu sehen. Sie werden seit Jahren im Frühjahr von Zugvögeln nach Mittel- und Nordeuropa getragen. Es handelt sich nicht um eine einheimische Zeckenart.

Weniger bekannte Zeckenarten sind die Igelzecke (Ixodes hexagonus), Reliktzecke (Haemaphysalis concinna) und Taubenzecke (Argas reflexus).

Ixodes ricinus (gemeiner Holzbock / Schafzecke)

Ixodes ricinus ist die am häufigsten vorkommende Zeckenart in Europa, einschließlich Deutschland, den Niederlanden und Belgien. Diese Zecke lebt vor allem in Wäldern, Dünen, Parks und Gärten mit ausreichend Feuchtigkeit und Vegetation. Sie ist vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst aktiv.

Diese Art ist als wichtiger Überträger verschiedener Krankheiten bekannt, darunter:

Ixodes ricinus durchläuft mehrere Entwicklungsstadien (Larve, Nymphe, adulte Zecke) und benötigt in jedem Stadium eine Blutmahlzeit von einem Tier oder Menschen.

Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke)

Dermacentor reticulatus kommt in großen Teilen Europas vor und wird auch in Deutschland zunehmend häufiger beobachtet. Diese Zecke lebt vor allem in feuchten Gebieten wie Graslandschaften, Uferzonen und Mooren. Im Gegensatz zu Ixodes ricinus ist diese Zecke häufig auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv, sogar im frühen Frühjahr oder Herbst.

Diese Art ist vor allem aufgrund der Übertragung folgender Krankheit von Bedeutung Babesiose (Hundekrankheit, verursacht durch Babesia-Parasiten)

Dermacentor-Zecken sind größer und oft besser sichtbar als der gemeine Holzbock und haben ein charakteristisches marmoriertes Rückenschild.

Rhipicephalus sanguineus (braune Hundezecke)

Die braune Hundezecke ist eine besondere Zeckenart, die sich deutlich von anderen Zecken in Europa unterscheidet. Obwohl diese Zecke in Ländern wie Deutschland und den Niederlanden seltener vorkommt, stellt sie dennoch ein wichtiges Risiko dar, insbesondere in Innenräumen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Zecken kann sich die braune Hundezecke an eine Innenumgebung anpassen, wie zum Beispiel Wohnungen, Zwinger und Tierheime. Dadurch kann sich diese Zecke das ganze Jahr über vermehren und überleben, selbst wenn es draußen zu kalt ist. Im Freien überlebt sie bei niedrigen Temperaturen schlechter, doch in Innenräumen kann sie ganze Populationen bilden.

Die braune Hundezecke ist vor allem als Überträger verschiedener schwerwiegender Krankheiten bei Hunden bekannt, wie:

  • Babesiose
  • Ehrlichiose
  • Anaplasmose
  • Hepatozoonose
  • Filariose

Diese Erkrankungen können schwerwiegende Folgen für die Gesundheit Ihres Hundes haben und erfordern häufig eine schnelle Behandlung durch einen Tierarzt.

Trotz ihres Namens kann diese Zecke nicht nur Hunde befallen, sondern auch Katzen und Menschen. Aufgrund ihrer Fähigkeit, in Innenräumen zu überleben, ist ein Befall oft schwieriger unter Kontrolle zu bringen und erfordert einen gründlichen Ansatz sowohl beim Tier als auch in der Umgebung.

Hyalomma-Zecke (tropische Riesenzecke)

Die Hyalomma-Zecke ist eine große, auffällige Zeckenart, die ursprünglich aus wärmeren Regionen wie Südeuropa, Afrika und Asien stammt. Diese Zecke wurde 2018 in Deutschland bekannt, als Exemplare entdeckt wurden, die über Zugvögel eingeschleppt worden waren.

Im Gegensatz zu anderen Zecken jagt die Hyalomma aktiv ihren Wirt und kann sich schnell fortbewegen.

Diese Zecke kann potenziell gefährliche Krankheiten übertragen, wie:

  • Krim-Kongo-Hämorrhagisches Fieber (CCHF)
  • Rickettsiose

Obwohl diese Zecke in Deutschland noch nicht etabliert ist, wird sie aufgrund des Klimawandels und einer möglichen Ausbreitung genau beobachtet.

Warum sind Zecken gefährlich?

Zecken sind aus mehreren Gründen gefährlich. Ein Zeckenbiss an sich ist schon lästig und kann zu Entzündungen der Haut führen.
Darüber hinaus können Zecken gefährliche Krankheiten übertragen, sowohl auf Tiere als auch auf Menschen.

Gefährliche durch Zecken übertragene Krankheiten für den Menschen

Zecken können auch für den Menschen gefährlich sein. Es handelt sich dann um dieselben Arten, die auch Hunden gefährlich werden können.

Auch der Mensch kann sich mit denselben Krankheiten anstecken, nämlich

  • Lyme-Borreliose
  • FSME
  • Babesiose
  • Ehrlichiose

Schützen Sie sich und Ihre Haustiere vor Zecken

Schützen Sie Ihre Haustiere mit geeigneten Zeckenabwehrmitteln und zeckenabtötenden Produkten. Beachten Sie, dass Katzen empfindlicher auf diese Produkte reagieren als Hunde. Ein Produkt, das für einen Hund geeignet ist, kann daher für eine Katze ungeeignet (oder sogar tödlich) sein.

Informieren Sie sich daher über unser Floh- und Zeckenmittelangebot für Hunde und unser Floh- und Zeckenmittelangebot für Katzen.

Es gibt auch Zeckenabwehrmittel für Menschen. Diese Produkte enthalten DEET-Diethyltoluamid.

Vielleicht noch wichtiger ist, dass Sie Ihren Körper beim Spazierengehen gut bedecken. Ziehen Sie lange Hosen an und stecken Sie die Hosenbeine in die Socken. Tragen Sie geschlossene Schuhe.

Kontrollieren Sie sich und Ihren Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken. Kontrollieren Sie Katzen, wenn sie von draußen kommen. Entfernen Sie eine Zecke sofort, wenn Sie sie finden. Notieren Sie, wie in einem Tagebuch, wann Sie eine Zecke entfernt haben, und auch die Stelle, an der sich die Zecke befand.
Unser Leitfaden “Wie entferne ich eine Zecke?” kann Ihnen helfen, eine Zecke richtig zu entfernen.

Schutz gegen Zecken

Risikogebiete für FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

FSME ist die vielleicht gefährlichste Krankheit, die von Zecken auf Mensch und Tier übertragen werden kann.

In Deutschland wird das Auftreten dieses Virus genau überwacht. Deshalb wurden FSME-Risikogebiete ausgewiesen

FSME-Risikokarte (Stand Februar 2024) (https://www.zecken-radar.de/fsme-risikogebiete/)

Menschen, die in einem FSME-Risikogebiet leben und sich viel in der Natur aufhalten, können sich gegen FSME impfen lassen. Eine Impfempfehlung kann auch für Personen gelten, die regelmäßig in dieses Gebiet reisen oder sich für längere Zeit in Risikogebieten aufhalten.
Bekannte Urlaubsgebiete wie der Bodensee und der Bayerische Wald sind ebenfalls Risikogebiete. Denken Sie also an eine Impfung oder lassen Sie sich von einem Arzt informieren, wenn Sie in diese Urlaubsgebiete reisen.

Haben Sie noch Fragen zu Zecken und den übertragbaren Krankheiten bei Haustieren? Lesen Sie unsere Blogs Zecken bei Katzen und Zecken bei Hunden. Sie können uns auch kontaktieren unter tierarzt@medpets.de.

Möchten Sie weitere Informationen über die Verbreitung von Zecken in Deutschland? Dann besuchen Sie www.zecken-radar.de oder www.ESCCAP.de/parasiten/zecken.

Häufig gestellte Fragen zu Zecken

Welche gefährlichen Krankheiten können Zecken auf Hunde übertragen?

Zu den Krankheiten, die Hunde durch Zecken bekommen können, gehören:

  • Lyme-Krankheit (Lyme-Borreliose)
  • Durch Zecken übertragene Enzephalitis (Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME))
  • Babesien (Hundemalaria)
  • Ehrlichien
  • Anaplasmen

Welche gefährliche Zeckenarten gibt er in Deutschland?

In Deutschland kommen mehrere Zeckenarten vor, die Krankheiten auf Mensch und Tier übertragen können. Die wichtigsten (und potenziell gefährlichen) sind:

  • Ixodes ricinus (gemeiner Holzbock)
    Die am häufigsten vorkommende Zecke in Deutschland. Sie kann unter anderem Lyme-Borreliose, FSME und Anaplasmose übertragen.
  • Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke)
    Kommt immer häufiger vor und ist auch bei niedrigeren Temperaturen aktiv. Wichtig aufgrund der Übertragung von Babesiose bei Hunden.
  • Rhipicephalus sanguineus (braune Hundezecke)
    Weniger verbreitet, aber besonders, da sie auch in Innenräumen überleben kann. Kann Krankheiten wie Ehrlichiose, Babesiose und Anaplasmose übertragen.
  • Hyalomma-Zecke (tropische Riesenzecke)
    Noch keine etablierte Art, wird jedoch gelegentlich über Zugvögel eingeschleppt. Kann potenziell schwere Krankheiten übertragen, wie das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber.

Die wichtigsten Risiken in Deutschland gehen daher vor allem von Ixodes ricinus (für Mensch und Tier) und Dermacentor reticulatus (für Hunde) aus, während die anderen Arten ein eher gelegentliches, aber potenziell ernstes Risiko darstellen.

Wie viele Zeckenarten gibt es?

Weltweit gibt es etwa 900 Zeckenarten.

Diese werden grob in drei Gruppen unterteilt:

  • Harte Zecken (Ixodidae): mit Abstand die größte Gruppe (ca. 700 Arten)
  • Weiche Zecken (Argasidae): etwa 200 Arten
  • Nuttalliellidae: eine sehr seltene, kleine Gruppe mit nur 1 bekannten Art

Nicht alle Zeckenarten sind gefährlich. Nur eine relativ kleine Anzahl von Arten spielt eine Rolle bei der Übertragung von Krankheiten auf Menschen und Tiere.

In Europa (und somit auch in Deutschland) handelt es sich hauptsächlich um eine Handvoll wichtiger Arten, wie Ixodes ricinus und Dermacentor reticulatus.

Wie schnell kann eine Zecke Krankheiten übertragen?

Das hängt vom Krankheitserreger ab, kann aber manchmal bereits innerhalb weniger Stunden geschehen. Bei Lyme-Borreliose dauert die Übertragung meist länger, oft 24 bis 48 Stunden. Deshalb ist es wichtig, eine Zecke so schnell wie möglich zu entfernen.

Schauen Sie sich unsere Kategorie Zeckenzangen an.

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Über die Person

Mara van Brussel-Broere, Tierärztin bei Medpets

Absolventin der Tiermedizin für Kleintiere an der Universität Utrecht, bringt sie ihre Praxiserfahrung ein, um Kunden bei Medpets zu beraten und ihr Wissen weiterzugeben. Es ist ihr wichtig, Tierhalter umfassend über Gesundheit und Wohlbefinden ihrer Haustiere zu informieren.

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