Situationen, in denen Hunde häufig knurren
Knurren kommt häufig in bestimmten Situationen vor, in denen sich ein Hund unwohl, bedroht oder überreizt fühlt. Neben dem Knurren gegenüber anderen Hunden auf der Straße gibt es auch im Haus Momente, in denen Hunde knurren können.
Zum Beispiel:
- Knurren beim Fressen oder am Futternapf: Manche Hunde knurren, wenn jemand in die Nähe kommt, während sie fressen. Dieses Verhalten wird auch „Resource Guarding“ oder Futterneid genannt. Der Hund versucht damit, sein Futter oder wertvolle Gegenstände zu schützen. Dies kann auch bei Knochen, Spielzeug oder einem Lieblingsliegeplatz vorkommen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Blog: Futterneid bei Hunden.
- Knurren bei Berührung: Ein Hund kann auch knurren, wenn er berührt wird. Manchmal liegt das daran, dass sich der Hund mit der Art der Annäherung unwohl fühlt. In anderen Fällen kann Schmerz eine Rolle spielen. Hunde mit körperlichen Beschwerden reagieren oft empfindlicher auf Berührungen. Wenn ein Hund plötzlich bei Berührungen zu knurren beginnt, ist es daher ratsam, auch medizinische Ursachen durch einen Tierarzt ausschließen zu lassen.
- Knurren gegenüber Kindern: Kinder bewegen sich oft schnell, machen unerwartete Geräusche und verstehen die Körpersprache von Hunden noch nicht immer gut. Für manche Hunde kann das stressig sein. Ein Hund kann dann knurren, um Abstand zu schaffen, wenn er sich überfordert fühlt. Deshalb ist es wichtig, dass der Kontakt zwischen Hunden und Kindern immer ruhig und unter Aufsicht stattfindet, sodass die Signale des Hundes rechtzeitig erkannt werden.
- Knurren oder Schnappen nach dem Besitzer bei bestimmten Handlungen: Manche Hunde können knurren oder sogar nach ihrem Besitzer schnappen, wenn bestimmte Handlungen durchgeführt werden, wie Krallen schneiden, Bürsten, Medikamente geben oder das Wegnehmen eines Gegenstandes. Dieses Verhalten entsteht häufig, weil der Hund die Situation als spannend oder unangenehm erlebt. In vielen Fällen hat ein Hund in der Vergangenheit eine negative Erfahrung mit der Handlung gemacht oder fühlt sich unsicher, wenn jemand empfindliche Körperstellen berührt. Auch Schmerzen können dabei eine Rolle spielen. Wenn ein Hund lernt, dass Knurren dazu führt, dass die Situation endet, kann sich dieses Verhalten weiter entwickeln. Deshalb ist es wichtig, solche Signale ernst zu nehmen und nichts zu erzwingen. Ein Tierarzt kann helfen, Schmerzen auszuschließen, und ein Verhaltenstherapeut kann dabei unterstützen, solche Handlungen ruhig und sicher neu anzulernen.
Was ist Aggression bei Hunden?
Aggression bei Hunden ist Verhalten, bei dem ein Hund droht oder versucht zu beißen. Dies kann sich in verschiedenen Signalen äußern, wie Knurren, Zähne zeigen, Schnappen oder tatsächlichem Beißen. Meist entsteht aggressives Verhalten nicht einfach so. Häufig ist es eine Reaktion auf Stress, Angst, Frustration oder Schmerzen. Hunde setzen Aggression in der Regel erst ein, wenn frühere Signale nicht erkannt oder respektiert wurden.
Bevor ein Hund knurrt oder nach vorne geht, zeigt er oft bereits subtilere Stresssignale, wie:
- wegschauen
- über die Lippen lecken
- erstarren
- den Körper abwenden
- die Rute tief halten
Wenn diese Signale nicht wahrgenommen werden, kann sich ein Hund zunehmend unter Druck gesetzt fühlen.
Aggression oder Unsicherheit: Was ist der Unterschied?
Verhalten, das aggressiv wirkt, entsteht in Wirklichkeit oft aus Unsicherheit oder Angst. Ein Hund, der sich unsicher fühlt, versucht eine unangenehme Situation meist auf Abstand zu halten. Knurren oder nach vorne gehen kann dann eine Möglichkeit sein, Raum zu schaffen.
- Bei einem unsicheren Hund sehen Sie häufig, dass der Körper eher niedrig gehalten wird und der Hund versucht, Spannung zu vermeiden. So kann er wegschauen, den Körper abwenden oder langsam zurückweichen.
- Bei echter Aggression ist das Verhalten oft stärker nach vorne gerichtet. Der Hund kann erstarren, intensiv starren oder zielgerichtet auf eine Person oder ein Tier zugehen. Dennoch ist der Unterschied nicht immer leicht zu erkennen, da Angst und Aggression im Verhalten manchmal nah beieinander liegen.
Wie erkennen Sie aggressives Verhalten bei einem Hund?
Wenn ein Hund aggressives Verhalten zeigt, sind die Signale häufig deutlich sichtbar. Der Körper kann erstarren und der Hund kann eine Person oder ein Tier intensiv anstarren.
Außerdem können folgende Signale auftreten:
- knurren
- Zähne zeigen
- fixieren oder starren
- nach vorne gehen
- schnappen oder beißen
Es ist wichtig, diese Signale ernst zu nehmen. In den meisten Fällen entsteht aggressives Verhalten nämlich nicht plötzlich, sondern baut sich schrittweise auf.
Was können Sie tun, wenn Ihr Hund knurrt oder aggressives Verhalten zeigt?
Wenn ein Hund regelmäßig knurrt oder aggressives Verhalten zeigt, ist es wichtig, dies nicht zu ignorieren. Versuchen Sie auch nicht, das Verhalten selbst zu lösen, indem Sie korrigieren oder verschiedene Trainingsmethoden ausprobieren. Falsches Eingreifen kann das Problem nämlich verschlimmern.
Reagiert ein Hund plötzlich anders oder scheint er schneller gereizt zu sein? Lassen Sie dann zunächst immer durch einen Tierarzt untersuchen, ob Schmerzen oder körperliche Beschwerden vorliegen könnten. Medizinische Probleme können nämlich dazu führen, dass ein Hund empfindlicher auf Berührungen reagiert oder schneller defensives Verhalten zeigt.
Wenn medizinische Ursachen ausgeschlossen wurden, ist es ratsam, einen zertifizierten Verhaltenstherapeuten für Hunde einzuschalten. Dieser kann helfen, die Ursache des Verhaltens zu ermitteln, das Verhalten sorgfältig zu analysieren und einen passenden Trainingsplan zu erstellen. Je früher professionelle Hilfe eingeschaltet wird, desto größer ist die Chance, dass sich das Verhalten verbessert. Bleibt problematisches Verhalten längere Zeit bestehen, kann es sich nämlich weiter verschlimmern.
Warten Sie deshalb nicht zu lange mit der Suche nach Hilfe, auch wenn ein Hund beispielsweise beim Krallenschneiden oder bei Berührungen knurrt oder schnappt. Durch rechtzeitiges Eingreifen tragen Sie dazu bei, die Situation sicherer zu machen und Ihrem Hund wieder mehr Entspannung zu ermöglichen.