Wann sollten Sie mit dem Apportieren beginnen?
Apportieren kann Hunden jeden Alters beigebracht werden. Viele Welpen verstehen das Spiel schnell, aber auch erwachsene Hunde können das Apportieren lernen. Das Wichtigste ist, dass Sie ruhig beginnen und Ihrem Hund genügend Zeit geben, zu verstehen, worum es geht. Halten Sie die Trainingseinheiten kurz und positiv. Durch regelmäßiges, kurzes Üben bleibt das Apportieren spannend und Sie verhindern, dass Ihr Hund überfordert wird oder das Interesse verliert.
Was benötigen Sie zum Üben?
Um Ihrem Hund das Apportieren beizubringen, benötigen Sie nicht viel. Wählen Sie ein Spielzeug oder einen Apportiergegenstand, den Ihr Hund gut ins Maul nehmen kann, zum Beispiel einen Ball, einen Dummy oder eine Frisbee. Verwenden Sie am Anfang möglichst immer dasselbe Spielzeug, damit Ihr Hund eine klare Verbindung dazu aufbauen kann. Belohnungen sind ebenfalls wichtig beim Training. Dafür können Sie Leckerlis verwenden oder Ihren Hund mit Ihrer Stimme loben. Üben Sie vorzugsweise an einem ruhigen Ort mit möglichst wenig Ablenkung, damit sich Ihr Hund gut auf das Spiel konzentrieren kann.
Ihrem Hund Schritt für Schritt das Apportieren beibringen
Schritt 1: Machen Sie das Spielzeug interessant
Beginnen Sie damit, das Spielzeug interessant zu machen. Lassen Sie Ihren Hund daran schnuppern, bewegen Sie es ruhig hin und her und machen Sie ihn neugierig, ohne es sofort wegzuwerfen. Verwenden Sie am Anfang immer dasselbe Spielzeug, damit Ihr Hund versteht, worum es bei dem Spiel geht.
Schritt 2: Bringen Sie Ihrem Hund bei, das Spielzeug aufzunehmen
Ist Ihr Hund interessiert? Dann bringen Sie ihm bei, das Spielzeug aufzunehmen. Geben Sie ein klares Kommando wie „Nimm“ oder „Apport“ und belohnen Sie ihn, sobald er das Spielzeug ins Maul nimmt. Erst wenn das gut funktioniert, legen Sie das Spielzeug auf den Boden und üben das Aufnehmen erneut.
Schritt 3: Werfen Sie das Spielzeug weg (kurze Distanz)
Anschließend können Sie das Spielzeug werfen. Halten Sie die Entfernung kurz und geben Sie erneut das Kommando. So lernt Ihr Hund, dass er dem Spielzeug hinterherlaufen und es aufnehmen soll.
Schritt 4: Bringen Sie Ihrem Hund bei, zurückzukommen
Rufen Sie Ihren Hund zurück, sobald er das Spielzeug aufgenommen hat. Laufen Sie ihm nicht hinterher, wenn er damit wegläuft, da er dies sonst als Spiel ansehen könnte. Warten Sie ruhig, ermutigen Sie ihn und belohnen Sie ihn, wenn er zu Ihnen zurückkommt.
Schritt 5: Üben Sie das Loslassen des Spielzeugs
Ein wichtiger Teil des Apportierens ist das Loslassen. Verwenden Sie dafür ein Kommando wie „Aus“ und tauschen Sie das Spielzeug gegebenenfalls gegen ein Leckerli oder ein ähnliches Spielzeug ein. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass das Loslassen etwas Positives bewirkt, zum Beispiel indem Sie das Spielzeug danach erneut werfen. So bleibt das Apportieren für Ihren Hund verständlich und macht weiterhin Spaß.
Häufige Fehler beim Apportieren
Beim Apportieren werden oft unbewusst Fehler gemacht, die das Spiel für Ihren Hund erschweren können. Ein häufiger Fehler ist, zu schnell voranzugehen. Beginnen Sie deshalb mit kurzen Distanzen und erhöhen Sie die Schwierigkeit erst, wenn Ihr Hund die Grundlagen gut verstanden hat. Auch Ihrem Hund hinterherzulaufen, wenn er mit dem Spielzeug wegläuft, wirkt oft kontraproduktiv. Viele Hunde sehen dies als lustiges Fangspiel und bringen das Spielzeug dann gerade weniger gern zurück. Außerdem ist es wichtig, Ihren Hund nur für das gewünschte Verhalten zu belohnen. Belohnen Sie beispielsweise das Festhalten, Zurückbringen und Loslassen des Spielzeugs im richtigen Moment. Halten Sie die Trainingseinheiten kurz und positiv, damit das Apportieren sowohl für Sie als auch für Ihren Hund Spaß macht.
Was, wenn Ihr Hund nicht apportieren möchte?
Nicht jeder Hund versteht sofort, worum es beim Apportieren geht. Manche Hunde laufen gern dem Spielzeug hinterher, verlieren danach aber das Interesse. Andere Hunde benötigen etwas mehr Motivation, um mit einem Ball oder Dummy zu spielen. Versuchen Sie deshalb, das Spielzeug besonders interessant zu machen, indem Sie es ruhig hin und her bewegen und begeistert reagieren. Belohnen Sie Ihren Hund, sobald er Interesse zeigt oder das Spielzeug aufnimmt. Oft hilft es, mit kurzen Trainingseinheiten zu arbeiten und das Spiel positiv zu beenden. Zeigt Ihr Hund wenig Interesse an einem bestimmten Spielzeug? Dann können Sie ausprobieren, ob eine andere Art von Apportierspielzeug besser zu den Vorlieben Ihres Hundes passt.
Außerdem sollten Sie wissen, dass nicht jeder Hund von Natur aus gerne apportiert. Manche Hunde haben schlicht wenig Interesse daran, Gegenstände zurückzubringen, und werden dies trotz Training und Übung nie wirklich mögen. Das ist überhaupt nicht schlimm. In diesem Fall ist es besser, nach einer anderen Aktivität oder Spielform zu suchen, die besser zum Charakter und zu den Vorlieben Ihres Hundes passt.
Sicheres Apportieren mit Ihrem Hund
Achten Sie darauf, dass das Apportieren für Ihren Hund sicher und angenehm bleibt. Üben Sie daher nicht zu lange am Stück und achten Sie auf Anzeichen von Müdigkeit oder Überforderung. Manche Hunde werden beim Apportieren sehr eifrig und können sich dadurch überlasten. Verwenden Sie vorzugsweise sicheres Apportierspielzeug wie einen Ball, einen Dummy oder eine Frisbee, die für Hunde geeignet sind. Vom Apportieren mit Stöcken wird abgeraten, da Hunde sich dabei Verletzungen im Maul oder Rachen zuziehen können. Steigern Sie das Spiel langsam und berücksichtigen Sie Alter und Kondition Ihres Hundes. Besonders bei Welpen und jungen Hunden ist es wichtig, nicht zu intensiv zu trainieren.
Haben Sie nach dem Lesen dieses Blogs noch Fragen zum Apportieren oder zum passenden Spielzeug für Ihren Hund? Dann kontaktieren Sie gerne unser veterinärmedizinisches Team über tierarzt@medpets.de oder WhatsApp für eine persönliche Beratung.