> Trächtigkeit bei Hunden

Trächtigkeit bei Hunden

Trächtigkeit bei Hunden

Läufigkeit und Deckung

Läufigkeit

Eine Hündin wird durchschnittlich zweimal im Jahr läufig. In der Regel dauert die Läufigkeit bei Hunden drei Wochen. Die Vulva der Hündin schwillt an und blutiger Scheidenausfluss tritt aus. Etwa ab dem zehnten Tag der Läufigkeit beginnen die fruchtbaren Tage. Allerdings kann die Dauer der Läufigkeit sowie auch der Beginn der Fruchtbarkeit sich von Hündin zu Hündin stark unterscheiden.

Wann ist meine Hündin fruchtbar? Progesteron bestimmen

Wenn Sie züchten möchten, ist es wichtig zu wissen, wann genau Ihre Hündin fruchtbar ist. Wenn Sie die fruchtbaren Tage mit hundertprozentiger Sicherheit bestimmen möchten, gehen Sie zu Ihrem Tierarzt. Es gibt nämlich eine Blutuntersuchung, mit der Progesteron (ein Hormon) bestimmt werden kann. Mit dem Progesteron-Wert lässt sich der Eisprung bestimmen, der ein Indiz für die höchste Fruchtbarkeit ist.
Angesichts der großen Unterschiede zwischen Hündinnen, was den Zeitpunkt der Fruchtbarkeit betrifft, ist es ratsam, den Progesteron-Wert bestimmen zu lassen. So kann man besser vorhersagen, wann Ihre Hündin ihre fruchtbaren Tage hat.

Deckung

Während die Hündin zu Beginn der Läufigkeit keinen Rüden an sich heranlässt und ihn wegbeißt, wenn er versucht, sie zu decken, lässt sie rund um die fruchtbaren Tage eine Paarung zu. Soll die Hündin gedeckt werden, ist es wichtig, ein ruhiges Umfeld zu schaffen, damit sich Hündin und Rüde erst einmal in Ruhe kennenlernen können. Anschließend kann die Deckung stattfinden. Bei einem erfolgreichen Deckungsakt schwellen Hundepenis und Vagina stark an, sodass sie sich fest ineinander "verkeilen". Die beiden Hunde hängen dann für einige Minuten aneinander fest. Ein erfolgreicher Deckungsakt muss aber nicht unbedingt bedeuten, dass die Hündin auch wirklich trächtig wird. Sie muss zum richtigen Zeitpunkt gedeckt werden und die Qualität der Spermien ist natürlich auch entscheidend.

Trächtigkeitsdauer und Untersuchung beim Tierarzt

Trächtigkeit feststellen

Leider gibt es für Hunde keinen Blut- oder Urintest, um eine Schwangerschaft genau wie bei uns Menschen zu bestimmen. Aber es gibt eine Reihe anderer Möglichkeiten, eine Trächtigkeit zu erkennen.

  • Im Laufe der Zeit wird der Bauchumfang der Hündin zunehmen. Durch Abtasten des Unterleibs können +/- Tag 26-30 die beulenartigen Fruchtkammern vom Tierarzt ertastet werden. Dieser Test ist jedoch nicht immer zuverlässig, da diese kleinen Fruchtkörper in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren nicht in jedem Fall gut zu spüren sind. So kann beispielsweise eine gefüllte Blase die Untersuchung erschweren.
  • Um Gewissheit zu bekommen, ist es am besten, sich für eine Ultraschalluntersuchung zu entscheiden. Diese Untersuchung ist ab dem 23. Tag der Trächtigkeit möglich. Es ist etwas schwierig, die Anzahl der Welpen bei einer Ultraschalluntersuchung zu bestimmen. Dies kann besser auf andere Weise festgestellt werden.
  • Ab dem 45. Tag der Trächtigkeit verknöchert das Skelett der kleinen Welpen und wird damit auf einem Röntgenbild sichtbar. Beim Röntgen wird der gesamte Bauchraum der Hündin durchleuchtet und die winzigen Skelette der Welpen können gezählt werden.
  • Zum Ende der Trächtigkeit schwillt das Gesäuge der Hündin an und in den letzten Tagen der Schwangerschaft setzt die Milchproduktion ein.

Trächtigkeitsdauer

Im Mittel beträgt eine Trächtigkeit bei Hunden 63 Tage, kann jedoch zwischen 59 und 67 Tagen variieren. Die Welpen sind ab einer Tragzeit von 57-59 Tagen überlebensfähig. In der Regel ist die Trächtigkeitsdauer kürzer als 63 Tage, wenn es sich um einen großen Wurf handelt. Bei kleinen Würfen dauert sie entsprechend länger. Trägt die Hündin beispielsweise nur einen einzigen Welpen aus, ist es wichtig, die Dauer der Trächtigkeit im Auge zu behalten, damit sich die Schwangerschaft/Geburt nicht zu sehr hinauszieht.

Fütterung während der Trächtigkeit

Grundsätzlich benötigt eine Hündin in den ersten Wochen der Trächtigkeit kein zusätzliches oder spezielles Futter. Ab der sechsten Woche wachsen die Welpen im Mutterleib dann stärker. Für das Wachstum der ungeborenen Welpen sind natürlich zusätzliche Nährstoffe erforderlich. Ab diesem Moment wechseln Sie am besten zu einem Welpenfutter, das sich auch für trächtige und säugende Hündinnen eignet. Hierzu gehören beispielsweise Royal Canin VCN - Pediatric Starter Small Dog, Medium Dog oder Large Dog sowie Specific Puppy All Breeds CPW & Specific Puppy Small Breed oder Medium Breed. Bis zur Geburt der Welpen können Sie die Futtermenge für die trächtige Hündin pro Woche um etwa 10 bis 15% erhöhen. Das bedeutet, dass sie zum Ende der Trächtigkeit um die 40 bis 60% mehr Nahrung als normal aufnimmt. Gegen Ende der Trächtigkeit wird der Bauch so sehr mit den Welpen ausgefüllt sein, dass ihr Magen zusammengedrückt wird. Dann kann die trächtige Hündin keine größeren Futtermengen mehr zu sich nehmen. Es empfiehlt sich daher, häufiger kleine Portionen Futter anzubieten.

Vorbereitungen auf die Geburt

Wurfkiste

Vor der Geburt der Welpen müssen ein paar Vorbereitungen getroffen werden. Die Hündin braucht auf jeden Fall einen geschützten, ruhigen und zugfreien Platz, an dem sie werfen und sich in Ruhe um ihre Welpen kümmern kann. Es ist ratsam, eine Wurfkiste zu kaufen oder selbst zu bauen - vorzugsweise mit erhöhten Seitenteilen. Über diese hohen Seitenteile kann die Mutterhündin problemlos steigen, während die Welpen nicht einfach so herausklettern können. Die Wurfkiste muss groß genug sein, um den wachsenden Welpen genügend Raum zu bieten. Stellen Sie die Wurfkiste bereits einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ins Haus, damit sich Ihre Hündin bereits an sie gewöhnen kann. In die Wurfkiste können Sie beispielsweise ein Vetbed und eventuell noch ein paar Feuchtigkeit absorbierende Matten legen. Die optimale Temperatur für die Welpen in der Wurfkiste liegt zwischen 24 und 27 °C. Deshalb ist es das Beste, eine Wärmelampe im Haus zu haben, die Sie benutzen können, wenn die Welpen eventuell mehr Wärme benötigen.

Sonstige Vorbereitungen

Erwarten Sie einen großen Wurf, besteht das Risiko, dass Ihre Hündin nicht genügend Milch für alle Welpen hat. In diesem Fall können Sie zur Sicherheit Muttermilchersatz wie Royal Canin Babydog Milk Welpenmilch oder Vetoquinol Care Milkodog beschaffen. Sollte einer der Welpen nicht genug an Gewicht zulegen, können Sie sofort mit der Zufütterung beginnen. Legen Sie auch gleich einen Stapel alter Handtücher bereit, mit denen Sie die Welpen nach der Geburt trocken reiben können. In der Regel übernimmt die Mutter diese Aufgabe, aber es schadet nicht, gut vorbereitet zu sein, wenn Sie helfen müssen. Außerdem ist es sinnvoll, einen Schleimabsauger zur Hand zu haben, um eventuell den Schleim aus dem Mäulchen der Neugeborenen abzusaugen. Eine Geburt ist ziemlich aufregend und ausreichende Erfahrung ist nützlich, um beurteilen zu können, ob alles gut verläuft. Wenn Sie beispielsweise einen Züchter kennen, der schon öfter Geburten bei Hunden miterlebt hat, kann er Ihnen vielleicht mit Rat und Tat zur Seite stehen und bei der Geburt dabei sein.

Die Geburt

Anzeichen für eine nahende Geburt

Das Ende der Trächtigkeit ist in Sicht und die Stunde der Geburt rückt langsam näher. Doch woran erkenne ich, ob meine Hündin kurz vor dem Werfen steht? Durchschnittlich werfen Hündinnen um den 63. Trächtigkeitstag. Ein paar Tage vor der Geburt fängt die Hündin an, unruhig zu werden scharrt sich ihr ‘Nest‘ zusammen. Allmählich beginnt die Milchproduktion und die Milchdrüsen schwellen weiter an. Ein sicheres Zeichen für eine bevorstehende Geburt ist das Absinken der Körpertemperatur. Wir empfehlen, ab dem 56. Tag der Trächtigkeit dreimal täglich die Temperatur der Hündin zu messen. So erhalten Sie einen Einblick in die normalen Schwankungen der Körpertemperatur im Verlauf des Tages. 12 bis 24 Stunden vor der Geburt sinkt die Körpertemperatur um 0,5 bis 1,5 °C ab. Um wie viel Grad die Körpertemperatur absinkt, ist nicht bei jeder Hündin gleich. Aber sobald eine deutliche Temperaturdifferenz festzustellen ist, wird die Geburt in den nächsten 12 bis 24 Stunden beginnen. Am Tag der Geburt ist häufig zu beobachten, dass die Hündin keinen oder nur sehr wenig Appetit hat. Viele angehende Mutterhunde urinieren auch sehr häufig und lecken sich vermehrt an der Scheide.

Geburt

Eine Wurfkiste ist ein schöner Ort für die Geburt Ihrer Hündin. Sollte sich Ihre Hündin jedoch einen anderen Platz aussuchen, lassen Sie sie am besten dort. Ruhe ist in diesem Stadium die wichtigste Voraussetzung für eine optimale Geburt. Vermeiden Sie deshalb jede unnötige Störung oder Aufregung. Kurz vor der Austreibungsphase ist blutiger Ausfluss zu erkennen.

Wenn Ihre Hündin zum ersten Mal wirft, kann es sein, dass die Geburt des ersten Welpen ein wenig mühsamer ist. Im Allgemeinen gilt: Wenn die Hündin gut presst, muss der erste Welpe nach etwa 45 Minuten zur Welt kommen. Bei unerfahrenen Muttertieren kann die Geburt des ersten Welpen auch etwas länger dauern. Die Zeit, die zwischen der Geburt von zwei aufeinanderfolgenden Welpen liegt, kann bis zu 30 Minuten betragen, wenn die Hündin ausreichend presst.

Sollte sich die Geburt über einen längeren Zeitraum hinziehen, kann die Hündin zwischenzeitlich eine Pause machen, um sich zu erholen und ein wenig zu schlafen. Sobald sie wieder mit dem Pressen beginnt, muss der nächste Welpe innerhalb von 30 Minuten geboren werden. Sollte sich diese Phase zu lange ausdehnen oder bezweifeln Sie, dass alles normal abläuft, dann nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Tierarzt auf.

Normalerweise beißt die Hündin die Fruchtblase auf, in der der Welpe geboren wird, und leckt ihn anschließend sauber. Sollte Ihre Hündin das nicht tun, können Sie ihr helfen und den Welpen mit einem Handtuch abtrocknen. Wenn eine Hündin zum ersten Mal wirft, ist es ratsam, darauf zu achten, wie sie auf die Welpen reagiert. Einige Mutterhunde können die herumkrabbelnden Welpen am Anfang noch ein wenig unheimlich finden.

In unserem Artikel ‘Die Aufzucht von Welpen‘ finden Sie viele wertvolle Informationen für die ersten Wochen nach der Geburt, damit Sie mit einem Wurf Hundewelpen im Haus alles richtig machen.

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