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Welcher Nager passt zu mir?

Welcher Nager passt zu mir?

Die Anschaffung eines Nagers: Welches Tier passt zu mir?

Bevor Sie sich ein Nagetier anschaffen, ist es wichtig, darüber nachzudenken, welches Tier für Sie das Richtige ist. Eines dieser Kriterien ist, wie viel Pflege und Platz dieses Tier benötigt. Außerdem sollte abgeklärt werden, ob Sie einen Nager möchten, den Sie einfach nur anschauen wollen oder ein Tier, mit dem Sie kuscheln möchten. Drittens ist es wichtig, ob es sich um einen Nager handelt, der alleine gehalten werden kann, oder um eine Art, die vorzugsweise in Gesellschaft seiner Artgenossen leben sollte.

Zutraulichkeit

Sie müssen bedenken, dass eine ganze Reihe von Nagetieren zwar kuschelig aussehen, aber leider keinen innigen Körperkontakt mit Menschen mögen. Deshalb eignen sich diese Nager weniger dazu, als Haustiere gehalten zu werden. Einige Arten von Nagetieren werden sehr zutraulich, aber nicht alle. Und auch die Lebenserwartung der einzelnen Nagetiere unterscheidet sich stark voneinander. Daran sollten Sie denken, bevor Sie sich für eines entscheiden. Ein Chinchilla oder Meerschweinchen wird beispielsweise deutlich älter als eine Maus, eine Ratte oder ein Hamster. Und überlegen Sie auch, wer sich um Ihr Haustier kümmert, wenn Sie in den Urlaub fahren.

Zu den Tieren, die auch hochgenommen werden können, gehören vornehmlich Ratten und Meerschweinchen. Zwerghamster, Rennmäuse und andere Mäusearten sind dagegen nur schwer zu handhaben und deshalb nicht unbedingt für kleinere Kinder geeignet. Auch Chinchillas sollten nicht zu viel auf den Arm genommen werden. Für alle, die bisher noch keine Erfahrungen mit Nagetieren haben, eignen sich daher Meerschweinchen und Ratten am besten.

Männchen oder Weibchen - Zusammenleben

Ob die Wahl auf ein männliches oder weibliches Tier fallen sollte, ist von der Art des Nagers abhängig. In der Regel können mehrere weibliche Tiere gut gemeinsam gehalten werden. Das ist besonders dann der Fall, wenn sie bereits seit jung auf zusammenleben. Mehrere männliche Nager zusammen zu halten, gelingt nicht immer reibungslos. Männliche Mäuse oder Rennmäuse sollten Sie nicht zusammen in einem Gehege vergesellschaften. Bei Chinchillas, Meerschweinchen und Ratten kann das Zusammenleben mehrerer männlicher Tiere gelingen, insofern diese entweder seit der Geburt oder dem frühen Jugendalter zusammenleben. Und: Es dürfen gleichzeitig keine weiblichen Tiere im Gehege sein. Bei vielen Nagern können auch ein männliches und ein weibliches Tier zusammen gehalten werden, vorausgesetzt, das männliche Tier ist kastriert.

Wenn Sie zwei ausgewachsene Tiere zusammensetzen möchten, muss der Kontakt langsam und mit sehr viel Bedacht aufgebaut werden. Beispielsweise sollten beide Tiere zunächst einen separaten Käfig haben. Die Käfige werden so aufgestellt, dass sich die Tiere zwar gut sehen und riechen können, ein körperlicher Kontakt jedoch nicht möglich ist. Nach einiger Zeit können Sie die beiden Käfige einander annähern oder die Tiere auch zusammen in ein Gehege setzen. Es muss aber unbedingt eine Barriere zwischen Ihnen bestehen bleiben. Sie sollen engeren Kontakt knüpfen können, aber ein Kampf muss unbedingt ausgeschlossen werden. Geht das über ein paar Tage gut, können Sie die beiden Tiere (auf neutralem Terrain) unter Aufsicht zusammenführen.

Pflege

Es versteht sich von selbst, dass jedes Tier täglich Pflege benötigt. Dazu gehören die Fütterung, die Versorgung mit frischem Trinkwasser und auch der Käfig muss regelmäßig gesäubert werden. Die Zeit, die Sie dafür aufwenden müssen, hängt davon ab, für welches Nagetier Sie sich entscheiden. Hamster sind beispielsweise sehr reinliche Tiere, die nur einen kleinen Teil Ihres Geheges verschmutzen. Dieses Verhalten können Sie auch einer Ratte beibringen. Ein Meerschweinchen hingegen verliert überall im Käfig seinen Kot, sodass mehr Aufwand bei der Reinigung des Käfigs oder Geheges notwendig ist. (Männliche) Mäuse und Ratten verbreiten oft einen sehr strengen Geruch, sodass eine häufige Säuberung des Käfigs erforderlich ist. Rennmäuse produzieren nur sehr wenig Urin und machen deshalb bei der Reinigung des Geheges nicht so viel Arbeit.

Lebensweise

In der Praxis sind viele Nagetiere leider in viel zu kleinen Gehegen untergebracht. Platzmangel kann bei diesen Tieren zu stereotypem Verhalten führen. Vor allem Chinchillas reagieren sehr empfindlich darauf, wenn sie nicht artgerecht gehalten werden. Deshalb ist es sehr wichtig, bereits im Vorfeld genau zu wissen, was das Tier benötigt. Nur so kann sich der Nager wohlfühlen und seine natürlichen Verhaltensweisen behalten.

Die meisten Nager sind Gruppentiere. Um die grundlegendsten Bedürfnisse dieser Tiere zu erfüllen, benötigt jedes Individuum mindestens einen Artgenossen. Möchten Sie lediglich ein Tier halten, empfiehlt sich ein einzelgängerischer Hamster oder eine Fettschwanz-Rennmaus.

Einrichtung des Nagerkäfigs

Das Gehege sollte so eingerichtet werden, dass es den Grundbedürfnissen des Nagers gerecht wird. Hierzu gehören Schlafen, Essen und Trinken (Futtersuche), Versteckmöglichkeiten, die Umgebung erforschen (Klettern, Graben) und der Kontakt mit den Artgenossen (bei Gruppentieren).

Angesichts dessen, dass die meisten Nagetiere zu den Beutetieren gehören, mögen sie keine offenen Flächen. Deshalb sollten Sie den Fress- und Trinknapf auch nicht mitten in den Käfig stellen, sondern dafür einen leicht geschützten Platz aussuchen. Sorgen Sie dafür, dass dem Tier/den Tieren genügend Schlafplätze zur Verfügung stehen.

Hamster graben gern und finden daher einen Käfig mit einer dicken Lage an Einstreu (vorzugsweise mindestens 15 cm) angenehm. Ratten, Mäuse und Chinchillas sind wahre Kletterkünstler und sollten daher ein Gehege mit mehreren Ebenen bekommen. Meerschweinchen hingegen halten nicht viel vom Klettern, sondern brauchen besonders viel Auslauf, also Grundfläche. Deshalb finden sie es toll, gelegentlich durch die Wohnung oder den Garten laufen zu dürfen. Darüber hinaus halten Hamster und Chinchillas Ihr Fell sauber, indem sie im Sand baden. Für optimale Bedingungen sorgen Sie, wenn Sie im Gehege ein Sandbad anlegen. Chinchillas bevorzugen dazu besonders feinen Chinchilla-Badesand. Einige Hamster benutzen das Sandbad auch als Toilette. Reinigen Sie das Sandbad daher regelmäßig oder stellen Sie diesen Tieren zwei verschiedene Sandbäder zur Verfügung. Auch Rennmäuse nutzen Sandbäder als Toilette.

Ein Versteck für die Tiere sollte nach Möglichkeit nicht durchsichtig sein, damit sich die Nager auch wirklich zurückziehen können. Rennmäuse bevorzugen Häuschen mit tunnelartigem Eingang. Hamster benötigen beispielsweise einen Platz, um ihr Futter zu lagern. Daher ist ein Häuschen mit mehreren Räumen ideal. Damit der Hamster graben kann, sollte das Häuschen keinen Boden haben.

Besondere Extras

Sie können die natürliche Umgebung des Nagetiers so gut wie möglich nachempfinden, indem Sie beispielsweise verschiedene Untergründe/Einstreu verwenden. Informieren Sie sich deshalb, was sich für Ihr Haustier eignet. Darüber hinaus können Sie Steine, Seile, Zweige, Rinde oder unterschiedliche Häuschen im Käfig platzieren. So bieten Sie Ihrem Tier eine Vielzahl an Kletter- und Spielmöglichkeiten, die es in ähnlicher Form auch in der Natur vorfinden würde.

Ein Laufrad ist eine gute Lösung, das Tier in Bewegung zu halten. Die Rückseite des Laufrades sollte komplett geschlossen sein und auf keinen Fall Speichen enthalten, da sich der Nager sonst darin einklemmen könnte.

Futter

Die Nahrung der einzelnen Nagetiere unterscheidet sich teils stark voneinander. Rennmäuse und Chinchillas stammen ursprünglich aus Wüstenregionen und dürfen daher beispielsweise nicht zu viele Früchte und Gemüse bekommen, die viel Feuchtigkeit enthalten. Chinchillas haben einen empfindlichen Magen-Darm-Trakt, deshalb ist es wichtig, ganz genau zu wissen, was diese Tiere fressen dürfen und was nicht. Für diese Nager empfiehlt sich daher ein speziell für Chinchillas zusammengestelltes Futter wie beispielsweise die Chinchilla-Pellets (20 bis 30 g pro Tag). Als Belohnung können Sie ihnen ein kleines Stückchen getrocknete Früchte (Rosinen, Äpfel) geben. Füttern Sie bitte niemals frische Früchte oder Gemüse (diese enthalten zu viel Wasser), Erdnüsse oder andere Nüsse an diese Nagetiere.

Rennmäusen können Sie als Basisfutter ein spezielles Alleinfutter für Rennmäuse anbieten. Die Menge, die eine Rennmaus täglich benötigt, beläuft sich auf etwa 10 bis 15 g. Dieses Basisfutter kann mit Früchten und Gemüse (am besten getrocknet) ergänzt werden. Auch tierische Eiweiße sind für Rennmäuse wichtig. Dazu können Sie Ihren Tieren etwas Hunde- oder Katzentrockenfutter geben oder ihnen auch Mehlwürmer anbieten.

Ratten sind von Natur aus Allesfresser. Sie benötigen ein spezielles Rattenfutter. Außerdem können Sie ihnen als kleine Leckerei ein Stückchen Obst oder Gemüse geben. Auch Mäuse gehören zu den Allesfressern. Sie sollten ihnen ein Futter für Mäuse wie beispielsweise die Vollnahrung für Mäuse anbieten, die speziell für kleine Nager inklusive Mäuse hergestellt wurde. Auch Mäuse können mit einem Leckerbissen aus einem Stückchen Obst oder Gemüse belohnt werden.

Meerschweinchen sind nicht in der Lage, selbst Vitamin C zu produzieren und brauchen daher ein geeignetes Meerschweinchenfutter, in dem Vitamin C enthalten ist. Leider nimmt der Vitamin-C-Gehalt in der Nahrung im Laufe der Zeit ab und kann das Meerschweinchen womöglich nicht in ausreichendem Umfang mit dem lebenswichtigen Vitamin versorgen. Eine dunkle, trockene und luftdichte Lagerung kann die Abnahme von Vitamin C reduzieren. Außerdem ist es ratsam, nur kleine Verpackungseinheiten zu kaufen, sodass das Futter nicht lange aufbewahrt werden muss. Geben Sie Ihrem Meerschweinchen vorsorglich zusätzlich eine halbe Tablette mit 50 mg Vitamin C pro Tag. Der Tagesbedarf eines Meerschweinchens beträgt etwa 20 mg Vitamin C. Sie können auch verschiedene Gemüse und Früchte verfüttern.

Hamster benötigen ein genau auf sie abgestimmtes Hamsterkomplettfutter, und zwar etwa 10 bis 12 g täglich.

Bei allen Arten von Nagetieren ist es ratsam, kein Mischfutter zu füttern. Sind im Futter unterschiedliche Bestandteile enthalten, kann es passieren, dass die Tiere je nach Vorliebe nur ganz bestimmte Nahrungsmittel heraussuchen (selektiv fressen). Deshalb ist es besser, sogenannte Pellets wie die Supreme Science Selectiv Food Serie zu verwenden. In dieser Futterserie enthält jedes einzelne Futterstückchen dieselben Inhaltsstoffe. So erhält Ihr Nager alle Nährstoffe, die er für ein gesundes und glückliches Leben benötigt. Zusätzlich ist es notwendig, allen Nagetieren immer ausreichende Mengen an frischem Heu zur Verfügung zu stellen. Nager haben - wie der Name bereits andeutet - ein natürliches Bedürfnis zu nagen. Sie können hierfür beispielsweise die Esve Weidenrolle, Birkenholz oder Holz von Obstbäumen verwenden. Rennmäusen, Chinchillas und Ratten sollten Sie besser keinen Leckstein geben, denn dieser könnte bei den Tieren Blasensteine verursachen.

Viele weitere Informationen zur Haltung, Ernährung und das Verhalten von Nagetieren erhalten Sie beim Nagerschutz e.V..

Eigenschaften und Merkmale nach Nagetierart

In der Übersicht finden Sie die Eigenschaften und die Bedürfnisse einer Reihe von Nagetieren. Diese Informationen können Ihnen eventuell bei der Auswahl der passenden Nagetierart behilflich sein.

Nagetierart Eigenschaften und Bedürfnisse
Meerschweinchen
  • vorwiegend tagsüber aktiv
  • Gruppenhaltung
  • zahm und einfach zu handhaben
  • Käfiggröße: mindestens 120 x 50 cm, bevorzugt mit Auslauf oder der Möglichkeit, gelegentlich herumzulaufen
  • nicht stubenrein
  • klettert nicht gerne
Zwerghamster
  • vorzugsweise abends oder nachts aktiv
  • Gruppentier, aber in Gefangenschaft besser Einzelhaltung
  • etwas zahm
  • Käfiggröße: mindestens 80 x 40 cm
  • halbwegs stubenrein, uriniert meist in einer Käfigecke
Goldhamster
  • vorzugsweise abends und nachts aktiv
  • am besten einzeln halten
  • zahm, jedoch schnell und deshalb nicht immer einfach zu handhaben
  • Käfiggröße: mindestens 80 x 40 cm
  • gräbt gern, daher dicke Streuschicht einfüllen als Grabmöglichkeit
Ratte
  • vorwiegend abends und nachts aktiv
  • Gruppenhaltung
  • zahm und gut zu handhaben
  • Käfiggröße: mindestens 100 x 50 x 70 cm
  • liebt klettern, deshalb viele Klettermöglichkeiten im Käfig anbringen
  • wird mit entsprechendem Training stubenrein
Maus
  • überwiegend abends und nachts aktiv
  • Gruppentier
  • etwas zahm, ist sehr flink und daher nicht immer einfach zu handhaben
  • Käfiggröße: mindestens 60 x 40 cm
  • klettert gerne, Käfig mit Etagen und Klettermöglichkeiten bestücken
Chinchilla
  • vorwiegend abends und nachts aktiv
  • Gruppenhaltung
  • handzahm*, aber nicht einfach zu handhaben
  • Käfiggröße: mindestens 80 x 50 cm
  • klettert gerne, deshalb Etagen und Klettermöglichkeiten im Käfig einrichten
Fettschwanz-Rennmaus
  • überwiegend abends und nachts aktiv, aber oft auch tagsüber
  • bevorzugt in Einzelhaltung
  • etwas zahm
  • Käfiggröße: mindestens 80 x 40 cm
Mongolische Rennmaus
  • sowohl tagsüber als auch abends oder nachts aktiv
  • Gruppentier
  • handzahm*, aber nicht einfach zu handhaben
  • Käfiggröße mindestens 80 x 40 cm
Persische Rennmaus
  • überwiegend abends und nachts aktiv
  • Gruppentier
  • etwas zahm
  • Käfiggröße mindestens 100 x 50 cm

*Gewöhnt sich daran, gefangen zu werden, ist aber kein Freund vom Kuscheln.

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