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Scheinschwangerschaft bei Hunden

In dieser Kolumne behandelt unsere Tierärztin das Thema Scheinschwangerschaft / Scheinträchtigkeit bei Hunden. Sie erklärt, wie der natürliche Zyklus einer Hündin verläuft, und was die unterschiedlichen Phasen kennzeichnet. Hiernach erfahren Sie, wie eine sich Scheinschwangerschaft äußert, und was dabei zu beachten ist.

Der normale Zyklus der Hündin

Eine Hündin ist in ihrem Leben durchschnittlich zweimal pro Jahr läufig. Manche Hündinnen werden 6-8 Wochen nach der Läufigkeit scheinschwanger, und solch eine Scheinschwangerschaft kann für den Hund äußerst unangenehm sein.

Die meisten Hündinnen werden zum ersten Mal in einem Alter von 6-12 Monaten läufig. Dabei sind Hunde kleinerer Rassen häufig etwas früher läufig als Hunde größerer Rassen. Der Zyklus der Hündin lässt sich in 4 Phasen unterteilen, wobei die ersten zwei Phasen, Proöstrus und Östrus, als Läufigkeit bezeichnet werden. Diese dauern zusammen durchschnittlich 3 Wochen.

In diesen zwei Phasen wirkt die Hündin anziehen auf Rüden, die Vulva (das äußere Geschlechtsorgan) schwillt an, und es kommt innerhalb der ersten 1-3 Wochen zu Blutverlust aus der Vulva. Am 11.-13. Tag ist die Hündin fruchtbar und bereit zum Decken. Dies ist daran zu erkennen, dass sie unruhig wird und ihren Schwanz zur Seite hält. Nun wirkt sie besonders anziehen auf Rüden und auch andere Hündinnen können Interesse zeigen. Falls die Hündin nicht gedeckt werden soll, halten Sie sie während der Läufigkeit beim Spazierengehen am besten die ganze Zeit an der Leine.

Die dritte Phase heißt Metöstrus. Die Hündin gestattet das Decken jetzt nicht mehr. In dieser Phase ist sie, falls sie gedeckt wurde, trächtig. Anderenfalls kehrt ihr Körper langsam wieder in den Ruhezustand zurück, was 6-10 Wochen dauert. Nach dieser Phase kann es bei der Hündin zur Schweinschwangerschaft kommen.

Scheinschwangerschaft

Bei einer Scheinschwangerschaft sorgen Hormone im Körper der Hündin dafür, dass sie denkt schwanger zu sein, obwohl dies nicht der Fall ist. Die Zitzen schwellen an und die Milchproduktion beginnt.

Dieses Phänomen hat in der Wildnis die Funktion, dass mehrere Hündinnen eines Rudels die Welpen der Anführerin füttern können. Denn nur die Hündin mit dem höchsten Rang bekommt einen Wurf. Wenn sie auf Jagd ist, könne die Welpen also weiter gesäugt werden.

Eine scheinschwangere Hündin kann sich wie eine trächtige Hündin verhalten: sie macht ein Nest, schleppt Spielsachen mit sich mit, bewacht und „versorgt“ ihre Spielsachen. Im Allgemeinen fühlt sich eine scheinschwangere Hündin nicht wohl. Oft hat sie weniger Lust auf Essen, ist weniger fit und will nicht mehr mit nach draußen. Sie leckt viel an ihrem Bauch, der angeschwollenen sein kann, damit die Milchdrüsen stimuliert werden und die Milchproduktion anhält.

Meist vergeht eine Scheinschwangerschaft nach ein paar Wochen von selbst. Streicheln Sie eine scheinschwangere Hündinnen nicht auf dem Bauch, denn so stimulieren Sie die Milchproduktion zusätzlich. Falls es der Hündin sehr schlecht geht, können Medikamente helfen.

Bei einer Hündin, die scheinschwanger gewesen ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass dies nach der Läufigkeit immer wieder geschehen wird. Wenn Sie nicht mehr wünschen, dass Ihre Hündin einen Wurf bekommt, ist Sterilisieren die effektivste Lösung. Ihr Tierarzt kann Sie hierzu näher informieren.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder zu anderen Erkrankungen / Produkten? Nehmen Sie dann gerne Kontakt mit unserer Tierärztin auf unter Telefonnummer 06922 222 95 73, oder per E-Mail an tierarzt@medpets.de.

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