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Hilfe! Meine Katze uriniert ins Haus. Was jetzt?

Hilfe! Meine Katze uriniert ins Haus. Was jetzt?

Viele Katzenhalter kennen das Dilemma, wenn der Vierbeiner sein Katzenklo nicht (mehr) benutzen will. In diesem Artikel geht unsere Tierärztin näher auf zwei Hauptursachen für solches Verhalten ein: mögliche Stressfaktoren, die zu unnatürlichem Sprüh- oder Urinierverhalten führen, und die Abneigung gegen die Katzentoilette. Natürlich erhalten Sie auch viele praktische Tipps, mit denen das Problem direkt angegangen werden kann.

Duftmarken oder Verhaltensproblem

Das Setzen von Duftmarken (Urinsprühen) ist ein normales Verhalten bei nicht-kastrierten Katern. Diese Duftmarken enthalten Informationen über Geschlecht, Gesundheitszustand, Alter und Stellenwert der Katze und dienen als persönliche Visitenkarte. Nach einer Kastration stellt ein Großteil der Kater dieses Verhalten ein. Stressbedingtes Urinsprühen tritt sowohl bei Katern als auch weiblichen Katzen auf, sowohl bei kastrierten als auch unkastrierten Tieren. Neben diesem normalen Markierverhalten können Katzen auch plötzlich unsauber in der Wohnung werden. Sucht die Katze nicht mehr ihre Katzentoilette auf, um zu urinieren, kann das medizinische Ursachen haben oder eine Verhaltensauffälligkeit. Medizinische Ursachen für Unsauberkeit sind unter anderem Nierenprobleme, Diabetes oder eine Blasenentzündung. In diesem Artikel möchten wir vorrangig auf Unsauberkeit wegen Verhaltensproblemen eingehen.

Bevor wir näher auf die Gründe eingehen, warum Ihre Katze in der Wohnung markiert oder uriniert, möchten wir Ihnen ans Herz legen, dass es das Beste ist, Ihren Tierarzt zu konsultieren, wenn Sie ein medizinisches Problem vermuten. Bemerken Sie, dass Ihr Kater nicht urinieren kann oder einen dauerhaften Harndrang verspürt, sollten Sie so schnell wie möglich mit Ihrem Tierarzt Kontakt aufnehmen. Nehmen Sie dies nicht auf die leichte Schulter, bei Katzen ist dies ein Notfall.

Ursachen von unnatürlichem Sprüh- oder Urinierverhalten

Verhaltensauffälligkeiten, die mit Markierverhalten oder Unsauberkeit in Verbindung stehen, können folgende Ursachen haben:

  • die Katze markiert oder uriniert in der Wohnung wegen allerlei verschiedener Stressfaktoren
  • die Katze hat eine Abneigung gegen die Katzentoilette

Stressbedingtes Harnsprühen und Urinieren

Die Anzahl der Stress auslösenden Faktoren, die dazu führen, dass die Katze ins Haus uriniert oder sprüht, ist groß. Manche Katzen setzen ihre Duftmarken an Wänden, andere an Türrahmen, Sofas, Gardinen oder Fenstersimsen. Zu den wichtigsten Auslösern eines solchen Verhaltens gehören:

  • Die Katze markiert oder uriniert nach einem Umzug oder Umbau, wodurch sich die Umgebung der Katze drastisch verändert hat.
  • Es treten Spannungen in einem Haushalt auf, in dem mehrere Katzen oder Katzen mit Hunden zusammenleben. Auch die Anschaffung eines neuen Tieres führt zu Veränderungen in einer bestehenden Gruppe. Damit können Spannungen und Aggressionen verbunden sein. In diesem Fall ist es wichtig, dass es für alle Tiere ausreichend Platz und Versorgungsmöglichkeiten gibt, wie beispielsweise Fress- und Trinkplätze, Schlaf- und Ruhemöglichkeiten sowie eine ausreichende Anzahl an Katzentoiletten.
  • Der Katzenbesitzer ist in Urlaub gefahren oder auf Geschäftsreise und die Katze muss in einer Katzenpension untergebracht werden.
  • Die familiäre Situation hat sich verändert, ein neuer Partner oder ein Baby gehören jetzt zur Familie.
  • Eine "fremde" Katze macht es sich vor dem Fenster bequem und dringt möglicherweise sogar durch die Katzenklappe ins Haus ein. In diesen Fällen sprüht eine gestresste Katze meist gegen Vorhänge, Türrahmen und Fensterrahmen.
  • Der Besitzer verändert seine täglichen Gewohnheiten.

Um diesen Problemen vorzubeugen, ist es wichtig, Stress bei Ihrer Katze zu vermeiden und dem Stress zugrunde liegende Ursachen abzustellen.

Hinweis

Markieren oder Unsauberkeit kann nicht abtrainiert werden. Es ist von größter Wichtigkeit, dass Sie Ihre Katze nicht für ihr Verhalten bestrafen! Eine Bestrafung kann bewirken, dass sich die Katze noch gestresster oder unsicherer fühlt, so dass das unerwünschte Verhalten sogar noch zunimmt. Abwehrmittel wie Aluminiumfolie oder Pfeffer sorgen lediglich dafür, dass sich die Katze eine andere Stelle zum Urinieren oder Sprühen sucht.

Feliway

Immer, wenn eine Katze ihr Gesicht an verschiedenen Gegenständen in der Wohnung reibt, markiert sie ihr Zuhause mit einem Pheromon. Das gibt der Katze ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Ist die Katze gestresst oder fühlt sie sich nicht wohl, stellt sie dieses Wohlfühl-Markieren ein. Die Folge kann eine Verhaltensstörung, wie beispielsweise Unsauberkeit oder Urinsprühen sein. Feliway enthält eine synthetische Kopie des Wohlfühl-Pheromons, das dafür sorgt, dass sich die Katze wieder sicher in ihrer Umgebung fühlt. Bei unerwünschtem Urinmarkieren kann der Feliway Zerstäuber ein effektives Hilfsmittel sein. Indem Sie mit dem Zerstäuber von Feliway Pheromone in der Wohnung verteilen, schaffen Sie auf natürliche Weise eine sichere und vertraute Umgebung für Ihre Katze, wodurch sich das ungewünschte Verhalten reduziert. Um Stress und Spannungen zwischen Katzen untereinander zu minimieren, können Sie das speziell für diesen Fall konzipierte Feliway Friends Starterskit verwenden.

Abneigung gegen die Katzentoilette

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Katzen ihre Toilette nicht gerne benutzen. Diese Tiere haben meist ganz bestimmte Vorlieben, wo sie ihre Geschäfte erledigen oder auch nicht. Hier finden Sie eine Auflistung von Gegebenheiten, die ein Katzenbesitzer berücksichtigen sollte, um Unsauberkeit zu vermeiden:

  • Anzahl der Katzentoiletten: Es empfiehlt sich, die Anzahl der Katzen plus eins an Katzentoiletten aufzustellen, insbesondere dann, wenn die Katzen nicht gut miteinander auskommen.
  • Ausführung der Katzentoilette: Es gibt sowohl geschlossene Katzentoiletten (mit Abdeckung) als auch offene Katzenklos wie PeeWee EcoMinor oder United Pets Vicci. In geschlossenen Behältern können sich unangenehme Gerüche ansammeln, wodurch die Katze eine Abneigung gegen ihre Toilette entwickelt. Auch können (in einem Mehrkatzenhaushalt) unterwürfige Katzen die dominante Katze nicht kommen sehen, sodass sie sich schlichtweg weigern, auf die geschlossene Katzentoilette zu gehen. Diese Katzen urinieren dann lieber an einer übersichtlichen Stelle im Haus wie einem Teppich oder dem Bett. In einigen Fällen führt ein geschlossenes Katzenklo auch zu regelrechten Mobbingattacken der anderen Katzen. Diese klopfen dann mit ihren Pfoten auf den Deckel der Toilette oder blockieren den Eingang, wenn die andere Katze die Toilette benutzt. Das verängstigt die betroffene Katze enorm und hat zur Folge, dass die Katze nicht mehr in dieses Gefängnis gehen möchte.
  • Ältere Katzen oder Katzen mit Gelenkproblemen haben manchmal Schwierigkeiten mit der Katzentoilette, wenn der Eintritt recht hoch ist. In diesem Fall ist es am besten, auf eine Toilette mit niedrigem Einstieg zu wechseln.
  • Katzen können in Bezug auf ihr Katzenklo sehr pingelig sein. Es gibt so viele Arten und Ausführungen von Katzentoiletten, dass einfach ausprobiert werden muss, welche für die Katze die akzeptabelste Variante ist.
  • Das Behältnis sollte mindestens 1,5 mal so groß sein wie die Katze, damit sie sich problemlos darin umdrehen kann.
  • Stellen Sie die Katzentoilette am besten an einem ruhigen Platz in der Wohnung auf. Katzen fühlen sich häufig durch Lärm in der Nähe des Katzenklos gestört wie beispielsweise durch eine Waschmaschine, den Wäschetrockner, herumlaufende Menschen oder spielende Kinder. Platzieren Sie eine Katzentoilette immer in ausreichendem Abstand zu Wasser- und Futternäpfen: Eine Katze soll nicht gezwungen sein, ihr Geschäft direkt neben dem Fressplatz machen zu müssen. Wählen Sie einfach einen weiter entfernten Ort in der Wohnung für die Katzentoilette.
  • Stellen Sie sicher, dass die Katzentoilette regelmäßig gereinigt wird (vorzugsweise zweimal täglich). Katzen hassen schmutzige Katzentoiletten. Zusätzlich sollte der Behälter regelmäßig komplett gesäubert werden. Wir raten dazu, die Katzentoilette ausschließlich mit Wasser und Schmierseife zu reinigen.
  • Hat eine Katze im Laufe der Zeit eine Abneigung gegen ihre Katzentoilette entwickelt, kann es helfen, ein neues Katzenklo (andere Form und Farbe) an einer anderen Stelle im Haus aufzustellen.
  • Für Langhaarkatzen kann es unangenehm sein, in die feinen Körnchen zu treten. Füllen Sie am besten nur eine dünne Schicht Streu ein und kürzen Sie die langen Haare zwischen den Zehen und rund um den After bei Ihrer Langhaarkatze. Auf diese Weise fühlt sich die Katze sauberer nach dem Besuch der Katzentoilette und das Risiko, dass sie eine Abneigung gegen ihre Toilette entwickelt, sinkt.

Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln und beruhigenden Pheromonen

Haben Sie alle oben beschriebenen Tipps befolgt und Ihre Katze uriniert immer noch ins Haus? Dann kann es hilfreich sein, ihr eine beruhigende Ergänzung zukommen zu lassen wie Zylkène oder Telizen. Einen Feliway Zerstäuber in dem Raum einzusetzen, in dem sich die Katzentoilette befindet, gehört ebenfalls zu den effektiven Methoden. Resultate beim Einsatz dieser Mittel sind in der Regel nach einer Anwendung von drei bis vier Wochen zu erwarten.

Bitte beachten Sie: Bestrafungen sind völlig sinnlos und führen meist nur zur Verschlimmerung der Probleme!

Gerüche entfernen

Eine Katze, die in die Wohnung uriniert - aus welchen Gründen auch immer - kann ein großes Ärgernis bedeuten, vor allem für die menschlichen Mitbewohner wegen des unangenehmen Geruches. Um die beißenden Gerüche zu entfernen und um sicherzustellen, dass die Katze nicht immer an die gleiche Stelle uriniert, können Sie Urine Off für Katzen benutzen. Für biologische Entfernung von Uringerüchen gibt es beispielsweise Capturine Pets Bio-Cleaning.

Sie haben noch Fragen über unnormales Sprüh- oder Urinierverhalten bei Ihrer Katze? Dann nehmen Sie doch einfach Kontakt zu unserem Tierarzt auf unter der Telefonnummer 06922 222 95 73. Oder schreiben Sie eine E-Mail an tierarzt@medpets.de.

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