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Kratzt sich Ihr Hund bereits?

Kratzt sich Ihr Hund bereits?

Flöhe bei Hunden

Leider bringen unsere vierbeinigen Freunde immer wieder ungebetene Gäste mit nach Hause: Flöhe! Diese kleinen, springenden Tierchen verursachen eine Menge Unannehmlichkeiten. Flöhe bergen nicht nur ein hohes Infektionsrisiko für Hunde, sie können auch gefährlich für Menschen sein. Entgegen der landläufigen Meinung treten die meisten Probleme mit Flöhen im Spätsommer und Herbst auf.

In Deutschland kommen am häufigsten Katzenflöhe vor - auch bei Hunden. Flöhe gehören zu den kleineren Insekten. Ausgewachsene Tiere sind jedoch mit dem bloßen Auge wahrnehmbar. Obwohl adulte Flöhe nur etwa drei Millimeter Körpergröße erreichen, können sie mit ihren starken Hinterbeinen sehr weit springen. Da sich Flöhe ausschließlich parasitär ernähren, benötigen sie zwingend einen Wirt für ihr Überleben, von dem sie Blut saugen können. Ein weiblicher Katzenfloh legt etwa 20 bis 45 Eier am Tag. Diese Eier, die etwa die Hälfte der Gesamtpopulation ausmachen, fallen aus dem Fell des Hundes und verschwinden in allen möglichen Spalten und Ritzen.

Flöhe haben einen recht komplizierten Entwicklungszyklus. Vom Ei geht es über verschiedene Zwischenstufen zum Puppenstadium. Aus den Eiern entwickeln sich nach wenigen Tagen zunächst lichtscheue Larven, die sich unter Decken und Teppichen sowie unter dem Mobiliar und in kleinen Ritzen verstecken. Nach einiger Zeit verpuppen sich die Larven. Das Puppenstadium nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch. Unter ungünstigen Bedingungen kann der Floh sehr lange in diesem Puppenstadium verharren. Das Schlüpfen des ausgewachsenen Flohs wird durch verschiedene Reize wie Wärme, Kohlendioxid-Gehalt oder auch Vibrationen ausgelöst. Ist der Floh geschlüpft, sucht er sich einen Wirt für eine Blutmalzeit. Dieses Verhalten sorgt für die typischen Probleme bei Hundebesitzern, die aus dem Urlaub nach Hause zurückkehren. In den Ferien haben sich alle Flohlarven verpuppt und warten hungrig auf den richtigen Zeitpunkt zu schlüpfen. In dem Augenblick, in dem die Hausbewohner zurückkehren, schlagen sie dann massiv zu. Und schon nimmt die Flohplage ihren Lauf.

Wie erkennen Sie, dass Ihr Hund Flöhe hat?

Flöhe sind nicht immer einfach zu erkennen. Sie sind schnell wie der Blitz und können sich unheimlich gut verstecken. Etwa 95% der Gesamtpopulation der Flöhe halten sich nicht auf dem Tier selbst auf, sondern befinden sich in dessen Umgebung. Nur fünf Prozent der Flöhe sitzen zeitweise auf dem Wirt, um sich mit Nahrung zu versorgen. Manchmal können erwachsene Flöhe deshalb bei der Fellpflege mit einem Kamm aufgespürt werden. Häufig ist auch der Kot der Flöhe im Fell der Tiere zu finden. Der Flohkot ist als kleiner schwarzer Punkt erkennbar, der sich auf einem feuchten Tuch rot verfärbt. Katzenflöhe scheiden über ihren Kot roten Blutfarbstoff aus, der mit diesem Test sehr einfach nachzuweisen ist.

Bei einem Flohbefall treten eindeutige Symptome auf. Der Flohbiss löst bei dem Vierbeiner einen starken Juckreiz aus. Häufig können wir beobachten, dass der Hund plötzlich aufspringt und beginnt, sich heftig zu kratzen. Üblicherweise ist davon vorwiegend der Bereich um die Hinterbeine betroffen. Wird das Fell gescheitelt, sind auf der Haut kleine rote Flecken sichtbar. Hierbei handelt es sich um die Bisse der Flöhe. Darüber hinaus können natürlich auch Hotspots sowie weitere Blessuren auftreten, die sich der Hund durch das Kratzen oder Beißen selbst zugefügt hat. Hunde, die unter einer Flohallergie leiden, reagieren allergisch auf den Speichel der Flöhe. Sie leiden sehr unter dem Biss des Flohs, selbst noch einige Zeit danach. Bei einem sehr massiven Flohbefall kann es zudem zu Blutarmut (Anämie) beim Wirt kommen.
Flöhe können auch Überträger von Bandwurmeiern sein und so für eine Infektion mit Bandwürmern bei Ihrem Hund sorgen.

Prävention und Behandlung - Flöhe bekämpfen

Um einen Befall mit Flöhen so gut wie möglich zu verhindern und zu bekämpfen, gibt es verschiedene Methoden. So sind Spot-On-Produkte, Flohhalsbänder, Sprays oder auch Tabletten denkbare Alternativen. Shampoos kommen nur dann zum Einsatz, wenn bereits ein Flohproblem besteht. Im Gegensatz zu immer wieder aufkeimenden Behauptungen gibt es derzeit keinerlei konkrete Beweise für eine Resistenz gegen Anti-Floh-Mittel. Es ist jedoch wichtig, besonders bei einer akuten Flohinfektion, dass ein Produkt gewählt wird, das gegen möglichst viele Entwicklungsstufen der Flöhe wirksam ist. Ist erst einmal ein Floh entdeckt, müssen ausnahmslos alle Hunde und Katzen in einem Haushalt gleichzeitig behandelt werden. Leider ist kein einziges Mittel in der Lage, eine komplette Flohpopulation zu 100% auszurotten. Ein fataler Ansatz wäre, nur die Flöhe auf dem Tier zu bekämpfen und dessen Umgebung nicht zu behandeln. Ein Großteil der kleinen Parasiten hält sich gerade in diesem Bereich auf. Deshalb kann man nur Herr der Lage werden, wenn auch - oder vor allem - der Umgebung volle Aufmerksamkeit bei der Bekämpfung geschenkt wird. Bevor jedoch zum Flohmittel gegriffen wird, sollte zunächst einmal eine gründliche Reinigung erfolgen. Dazu hat es sich bewährt, alle infrage kommenden Plätze in der Wohnung sorgfältig mit dem Staubsauger abzusaugen und alle Textilien wie Kissen und Decken bei möglichst hohen Temperaturen zu waschen. Erst danach kommt ein Umgebungsspray gegen die Flöhe zum Einsatz.

Abhängig davon, wie schwer die Flohinfektion ist, kann die Bekämpfung einige Zeit in Anspruch nehmen, bevor sie völlig unter Kontrolle ist.

Zecken bei Hunden

Zecken sind winzige Spinnentiere mit vier verschiedenen Lebensstadien: Ei, Larve, Nymphe und adulte Zecke. Nur die weiblichen Tiere der letzten drei Entwicklungsstufen zapfen Blut von einem Wirt. Adulte Zecken benötigen das Blut für die Entwicklung von Eiern. Haben sie sich vollgesaugt, lösen sich die weiblichen Zecken vom Wirt, lassen sich herunterfallen und legen daraufhin Hunderte bis Tausende von Eiern, bis sie schließlich sterben. Erwachsene Zecken sind nur dann aktiv, wenn die Temperatur über 7 Grad Celsius liegt. Man findet sie vor allem im hohen Gras und Sträuchern.

Die Zecke als Risikofaktor

Zecken sind berüchtigt, diverse Krankheiten zu übertragen. Dabei ist die Zecke selbst nicht pathogen, sondern verschiedene Arten von Bakterien oder anderen Parasiten, mit denen die Zecke infiziert ist. Diese Erreger nisten sich in den Speicheldrüsen der Zecken ein. In den meisten Fällen gehören bei uns heimische Zecken zur Spezies Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock). Es kommen aber auch Rhipicephalus sanguineus (Braune Hundezecke) und Dermacentor reticulatus (Auwaldzecke) vor. Diese Spezies können Anaplasmose oder Lyme-Borreliose übertragen.

Einige Zeckenarten kommen ausschließlich in wärmeren Regionen wie Süd- und Osteuropa vor. Die Krankheiten, die diese Zecken übertragen, werden daher vor allem bei solchen Hunden nachgewiesen, die sich für einige Zeit in diesen Gebieten aufgehalten haben, beispielsweise in einem Urlaub. Zu diesen Erkrankungen gehören unter anderem die Babesiose und die Ehrlichiose.

Lyme-Borreliose bei Hunden

Die Lyme-Borreliose wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst, das durch den Gemeinen Holzbock übertragen wird. Bei uns ist ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Zecken mit Borrelien kontaminiert. Aus diesem Grund infizieren sich auch immer wieder Menschen mit dem Erreger, der zu ernsthaften, gesundheitlichen Problemen führen kann. Auch Hunde können sich mit dem Borreliose-Erreger infizieren, allerdings verursacht er bei ihnen in der Regel keine klinischen Symptome. Eine Infektion mit Borrelia burgdorferi ist ganz einfach mit Antibiotika zu behandeln. Heutzutage gibt es auch Impfstoffe gegen die Krankheit. Es ist jedoch wichtig, in jedem einzelnen Fall zu entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist oder nicht.

Babesia canis (Hunde-Malaria)

Die sogenannte Hunde-Malaria wird durch eine Zeckenart übertragen, die bevorzugt in wärmeren Klimazonen vorkommt. Die Erkrankung tritt häufig bei Hunden auf, die sich für einige Zeit im südeuropäischen Ausland aufgehalten haben. Aber auch bei uns können sich Hunde anstecken, beispielsweise durch den Kontakt mit dem Blut eines infizierten Tieres oder durch eine Bisswunde.

Babesien gehören zu den Parasiten, die sich in den roten Blutkörperchen einnisten. Saugt eine Zecke das Blut eines infizierten Hundes, kann sich die Krankheit weiter ausbreiten. Von der Übertragung bis zum Ausbruch klinischer Symptome dauert es einige Wochen, manchmal sogar Monate. Die Symptome reichen von Fieber und Anämie über roten (braunen) Urin und manchmal bis hin zu einer Gelbsucht, begleitet von allgemeinem Unwohlsein und Appetitlosigkeit. Wird die Infektion rasch erkannt und umgehend therapiert, kann eine intensive Behandlung zur vollständigen Genesung führen.

Ehrlichia canis (Ehrlichiose bei Hunden)

Die gleiche Zeckenart, die den Erreger Babesia überträgt, kann auch mit Ehrlichia infiziert sein. So kann es passieren, dass ein Hund gleich mit beiden Parasiten infiziert wird.

Die Ehrlichia-Bakterien sind Parasiten der weißen Blutkörperchen. Genau wie die Babesiose kann die Ehrlichiose, auch Tropische Canine Panzytopenie oder Zeckenfieber genannt, sowohl durch Zecken, als auch durch Blutübertragungen oder Bisse verbreitet werden. Die Erkrankung zeigt sich nach einigen Wochen (Akutphase) meist in Fieber- und Erkältungssymptomen. Später geht eine Infektion dann häufig in ein subklinisches Stadium über, in dem die Tiere zwar infiziert sind, aber keine Symptome zeigen. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass das Zeckenfieber chronisch verläuft. Die Symptome variieren, je nachdem wie weit die akute oder chronische Infektion fortgeschritten ist. Hiervon ist auch die Behandlung und Prognose abhängig. Im Allgemeinen sind bei infizierten Hunden Fieber, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, erhöhte Blutungsneigung, vergrößerte Lymphknoten und ein schlechter Allgemeinzustand zu beobachten. Verläuft die Ehrlichiose chronisch, können zudem Probleme mit den Augen, Nieren, Muskeln und Nerven auftreten.

Zecken richtig entfernen

Angesichts dessen, dass die Erreger erst nach einiger Zeit übertragen werden, sollte eine Zecke immer so schnell wie möglich entfernt werden. Geschieht dies innerhalb von 16 Stunden, so ist das Risiko einer Infektion relativ gering. Es stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung, die eine Zeckenentfernung so einfach wie möglich gestalten. Wichtig ist, unbedingt zu versuchen, die Zecke im Ganzen aus der Haut herauszubekommen. Früher wurden häufig Alkohol oder Öl benutzt, um die Zecken zu entfernen. Dieses Vorgehen ist jedoch völlig falsch! Werden irgendwelche Mittel auf die Zecke gegeben, hat das nur zur Folge, dass die Speicheldrüsen noch schneller entleert werden. Und genau das überträgt die Krankheitserreger!

Prävention

Um Hunde vor Krankheiten zu schützen, die durch Zecken übertragen werden, ist der Schutz vor Zecken der wichtigste Faktor. Es gibt unterschiedliche Mittel, die Zecken abwehren oder töten. Genau wie bei Produkten gegen Flöhe gibt es leider auch bei der Zeckenabwehr und -bekämpfung kein Mittel, das 100%igen Schutz vor Zeckenstichen garantieren kann. Daher ist es immer ratsam, Ihren Hund regelmäßig auf Zecken zu überprüfen und diese so schnell wie möglich fachgerecht mit einem Zeckenhaken zu entfernen. Eine Vorbeugung gegen Zeckenbefall kann mittels Tabletten oder Spot-On-Tropfen in Angriff genommen werden, die auf die Haut geträufelt werden. In der Regel ist eine Anwendung einmal im Monat notwendig, da das Mittel über einige Wochen Wirkung zeigt. Anti-Zecken-Halsbänder wirken für mehrere Monate, sodass sie etwas einfacher im Gebrauch sind.

Flöhe und Zecken verursachen nicht nur eine ganze Menge Unannehmlichkeiten, sie können auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen. Eine gute Prävention und schnelles Eingreifen bei Problemen ist für die Gesundheit Ihres Tieres von entscheidender Bedeutung. Zur Vorbeugung sind unterschiedliche Produkte möglich. Je nach Gewohnheiten und Lebenssituation kann ein Spot-On-Produkt, ein Halsband oder auch Tabletten das ideale Mittel gegen Flöhe und Zecken darstellen. Ist es bereits zu einem akuten Befall gekommen, muss neben der Behandlung des Tieres sehr viel Aufmerksamkeit auf die zusätzliche Behandlung der Umgebung gelegt werden. Aber lassen Sie es lieber gar nicht erst so weit kommen!

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