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Zecken bei Hunden und Katzen

Zecken bei Hunden und Katzen

Zecken sind winzige Spinnentiere mit vier verschiedenen Lebensstadien: das Ei, die Larve, die Nymphe und der Adultus als erwachsene Zecke. Vor allem die weiblichen Zecken ernähren sich in den letzten drei Stadien mit dem Blut von einem Wirt. Dieses Blut ist notwendig für die Entwicklung von ihren Eiern. Wenn sich die Weibchen vollgesaugt haben, lassen sie sich von ihrem Wirt fallen, legen anschließend Hunderte bis Tausende Eier und sterben schließlich. Erwachsene Zecken sind erst dann aktiv, wenn es wärmer als 7 °Celsius ist. Sie sind vor allem im hohen Gras und in Sträuchern zu finden.

Die Zecke als Vektor

Zecken sind verrufen, weil sie diverse Krankheiten übertragen können. Die Zecke selbst ist nicht pathogen (krankheitserregend), kann aber mit verschiedenen Arten von Bakterien und/oder Parasiten infiziert sein. In der Biologie wird ein Organismus, der Krankheiten von Wirt zu Wirt überträgt, auch als ein Vektor bezeichnet. Eine Zecke muss für 24 bis 48 Stunden Blut saugen, bis die Krankheitserreger auf den Wirt übertragen werden können.

In den Niederlanden und in Deutschland kommt die Schildzecke Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) am häufigsten vor, aber auch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus), die Schafzecke (Dermacentor marginatus), die Igelzecke (Ixodes hexagonus) und die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) werden hier oft vorgefunden. Diese Zeckenarten können unter anderem Anaplasmen als Erreger der Infektionskrankheit Anaplasmose und die Bakterien Borrelia Burgdorferi als Erreger der Krankheit Lyme-Borreliose übertragen. Einige Zeckenarten kommen nur in wärmeren Regionen, wie in Süd- und Osteuropa vor. Die Krankheiten, die diese übertragen können, wie z. B. Babesiose (Hundemalaria) oder Ehrlichiose sind dann meistens auch bei Hunden anzutreffen, die für eine bestimmte Zeit im Ausland gewesen sind.

Übertragbare Krankheiten

Lyme-Borreliose (Lymekrankheit)

Diese Erkrankung wird durch die Bakterie Borrelia burgdorferi über eine Schildzecke als Vektor verursacht. Ein großer Teil der Zecken in den Niederlanden und in Deutschland ist damit infiziert, die die Infektion auf den Menschen und den Hund übertragen können. Diese bakterielle Infektionskrankheit kann bei den Menschen ernsthafte Beschwerden verursachen, wie zum Beispiel grippeähnliche Erscheinungen, Gelenkbeschwerden, Herzprobleme und neurologische Probleme. Menschen können die Lyme-Borreliose, auch oft Lymekrankheit genannt, allerdings nicht direkt über ihren Hund oder ihre Katze bekommen. Hunde können ebenfalls mit dieser Borrelia Bakterie infiziert werden. Bei Hunden können sie Gelenkentzündungen (Arthritis) und eine Reihe von atypischen Beschwerden, wie Fieber, verminderte Fresslust und eine Lethargie verursachen. Die Diagnose ist angesichts dessen, dass das Krankheitsbild so unspezifisch ist, oft sehr schwer zu stellen. Die Krankheit kann mit dem richtigen Antibiotikum behandelt werden.

Es stehen heutzutage auch Impfstoffe gegen die Lymekrankheit zur Verfügung, dabei ist es jedoch wichtig, in jeder Situation abzuwägen und es beurteilen zu lassen, ob das Impfen sinnvoll ist. Auch Katzen können Abwehrstoffe (Antikörper) gegen die Lyme-Borreliose in sich tragen, aber wahrscheinlich wird die Katze nicht daran erkranken.

Anaplasmose

Anaplasmose wird vor allem durch die Zecke Gemeiner Holzbock übertragen und von Anaplasmen Bakterien verursacht. Das Bakterium Anaplasma phagocytophilum kommt in ganz Europa vor und folglich auch in Deutschland und den Niederlanden. Das Bakterium Anaplasma platys tritt nur in den südlichsten Regionen Europas auf. Diese Infektionskrankheit kann eine große Mannigfaltigkeit an Symptomen verursachen, wie zum Beispiel Lustlosigkeit, einen Mangel an Fresslust, Fieber, blasse Schleimhäute, Erbrechen, Diarrhö (Durchfall) und Lahmheit. Die Diagnose kann anhand von einer Blutuntersuchung gestellt werden. Die Anaplasmose ist im Prinzip gut behandelbar und verfügt damit über eine günstige Prognose. Diese Erkrankung kommt bei der Katze selten vor.

Babesiose

Diese Erkrankung wird durch Zeckenarten übertragen, die vorwiegend in wärmeren Gebieten vorkommen. Die Babesiose kommt in den Niederlanden öfters bei Hunden vor, die aus Südeuropa zurückkommen. Mit der zunehmenden Ausbreitung der Auwaldzecke in ganz Mitteleuropa, die ebenfalls als Vektor der Babesien fungiert, kommt die Infektionskrankheit bei Hunden auch immer häufiger in vielen Teilen Deutschlands vor. Darüber hinaus können sich Hunde untereinander direkt über Blutkontakt, durch eine Transfusion oder Bisswunden infizieren. Die Babesienart Babesia canis ist ein einzelliger Parasit, der sich in den roten Blutkörperchen einnistet und diese zerstört. Ein infizierter Hund bekommt nach einigen Wochen oder Monaten klinische Beschwerden, wobei auch Fieber, Blutarmut, roter/brauner Urin und zuweilen Gelbsucht zu beobachten sind. Diese gehen oft einher mit einer allgemeinen Abgeschlagenheit und einem verminderten Appetit. Die Diagnose kann aufgrund einer Blutuntersuchung gestellt werden. Bei einem schnellen Eingreifen in Verbindung mit einer intensiven Behandlung besteht die Chance auf eine vollständige Genesung. Diese Erkrankung wird selten bei Katzen beobachtet. Hauptsächlich Katzen in Mittelmeergebieten und Katzen mit einem bereits stark geschwächten Immunsystem als Folge von Katzenaids (FIV) oder Katzenleukämie (FeLV) können davon krank werden.

Ehrlichiose

Diese Erkrankung wird oft durch die gleichen Zeckenarten übertragen, wie die Zecken, die die Babesien Parasiten übertragen, wobei hier vor allem die Braune Hundezecke ein häufiger Überträger ist. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Hund mit beiden Parasiten infiziert ist. Der Erreger Ehrlichia canis ist ein obligat intrazelluläres Bakterium (Stoffwechselparasit), das die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) befällt. Die Krankheit kann akut, chronisch und subklinisch verlaufen. In der letzteren Form hat der Hund keine klinischen Symptome. Die Erscheinungen variieren entsprechend dem akuten und chronischen Verlauf der Infektion. Auch die Behandlung und Prognose ist hiervon abhängig. Im Allgemeinen ist Fieber, ein schlechter Appetit, eine Abmagerung, eine erhöhte Neigung zu Blutungen und eine Vergrößerung der Lymphknoten beobachtet worden. Die chronische Form kann zudem mit Augen-, Nieren-, Muskel- und Nervenproblemen einhergehen. Die Diagnose kann mithilfe einer Blutuntersuchung gestellt werden. Die Behandlung erfolgt in einer langen Kur mit einem passenden Antibiotikum. Die Ehrlichiose Infektionen treten bei der Katze selten auf.

Zecken entfernen

Kontrollieren Sie Ihr Haustier täglich auf einen Zeckenbefall, vor allem nach einem Spaziergang im Wald. Es ist wichtig, die Zecke innerhalb von 24 Stunden nach dem Festbeißen zu entfernen, also bevor eine Übertragung der Krankheitserreger stattfinden kann. Eine Zecke kann mit der Hilfe von einer Zeckenzange entfernt werden. Machen Sie die Zecke gut sichtbar, indem Sie an der betreffenden Stelle die umgebenden Haare von dem Hund oder der Katze zur Seite schieben. Setzen Sie anschließend die Zeckenzange direkt und fest an der Haut Ihres Tieres an. Machen Sie eine sanfte rotierende Bewegung, bis die Zecke losgekommen ist, und ziehen Sie sie behutsam möglichst vollständig und unversehrt heraus. Im Gegensatz zu einigen Geschichten, die umhergehen, spielt es keine Rolle, ob die Zecke linksherum (im Uhrzeigersinn) oder rechtsherum (gegen den Uhrzeigersinn) gedreht wird. Geben Sie auch keinen Alkohol über eine Zecke, da diese dann just in diesem Moment ihren Mageninhalt ausbricht und damit mögliche Krankheiten überträgt.

Vorbeugung

Zecken können für viel Ärger sorgen und allerlei Gesundheitsprobleme verursachen. Eine gute Vorbeugung und ein schnelles Eingreifen sind für die Gesundheit von einem Tier von entscheidender Bedeutung. Es sind verschiedene Produkte gegen Zecken erhältlich. Viele davon sind Kombinationsprodukte, die sowohl gegen Zecken als auch gegen Flöhe wirken. Bei vielen Produkten werden Zecken wohl erst beißen müssen, bevor sie getötet werden. Darum ist es immer sehr vernünftig, dass Sie Ihren Hund regelmäßig auf Zecken untersuchen und bereits anhaftende Zecken so schnell wie möglich mit einem Zeckenhäckchen zu entfernen.

Spot On (Pipette)

Diese Produkte müssen auf die Haut getröpfelt werden und dabei nach Möglichkeit zwischen die Schulterblätter oder in den Nacken, sodass das Tier nicht selbst herankommen kann. Die Wirksamkeit von den meisten Pipettenprodukten beträgt 4 Wochen. Viele Produkte mit einer Spot-On-Lösung sind gleichzeitig auch gegen Flöhe wirksam.

Achrtung! Die Mittel für Hunde dürfen nicht bei Katzen angewandt werden! Der Wirkstoff Permethrin, der in einigen Pipettenlösungen für Hunde verwendet wird, ist für Katzen giftig!

Seit Kurzem ist das Präparat Bravecto für Katzen auch in Form von einer Pipettenlösung erhältlich. Diese ist allerdings rezeptpflichtig und nur bei einem Tierarzt erhältlich.

Tabletten

In der heutigen Zeit stehen auch Tabletten gegen Zecken und Flöhe zur Verfügung, die eine Wirksamkeit von 3 Monaten besitzen, wie beispielsweise das Präparat Bravecto für den Hund. Diese Mittel werden ausschließlich bei einer Tierarztpraxis verkauft. Im Moment gibt es viele Diskussionen rundum die Verwendung von Bravecto. Wir schließen uns diesbezüglich dem Standpunkt, den die "Königliche Niederländische Gesellschaft für Veterinärmedizin (KNMvD)" vertritt, an - nämlich dass noch weitere Untersuchungen nötig sind, um mögliche Nebenwirkungen ausschließen zu können. Zum jetzigen Zeitpunkt sind die Ergebnisse noch zu wage. Sollten Sie mehr über dieses Thema wissen wollen, dann nehmen Sie bitte Kontakt mit Ihrem Tierarzt auf.

Halsband

Ein effektives, lang anhaltendes und wirkungsvolles Antifloh- und Zeckenhalsband, das es sowohl für den Hund als auch für die Katze gibt, ist das Halsband Seresto. Dieses Halsband wirkt bis zu 8 Monate lang effektiv gegen Flöhe und Zecken. Darüber hinaus gibt es das Scalibor Protectorband für Hunde. Dieses bietet eine Schutzwirkung mit einer Dauer von 5 bis 6 Monaten und wirkt neben Zecken zudem gegen Sandmücken (Phlebotominae) und die Stechmücke (Culex pipiens), die Herzwürmer verursachen kann.

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