Floh- und Zeckenschutz

Floh- und Zeckenschutz für Hunde

Es kann jederzeit so weit sein: Ihr Hund hat sich einen Floh oder eine Zecke eingefangen. Das ist lästig für den Hund und er möchte den Parasiten natürlich gerne schnell loswerden. Zum Glück gibt es eine Reihe von Produkten, mit denen Sie Ihren vierbeinigen Freund nicht nur behandeln, sondern auch vor erneutem Befall schützen können.

Flöhe

Flöhe sind winzige Parasiten, die sich von Blut ernähren. Es gibt viele verschiedene Arten von Flöhen. Allen gemein ist, dass sie warme, geschützte Plätze zwischen den Haaren im Fell bevorzugen. Der bei einem Flohbefall typische Juckreiz wird durch den Speichel des Flohs verursacht. Beim Stechen hinterlässt der Parasit immer ein wenig von seinem Speichel auf oder in der Haut, der einen heftigen Juckreiz auslöst. Auffällig häufiges Kratzen mit der Hinterhand deutet meist auf einen Befall mit Flöhen hin. Flohstiche sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden, zumal die Insekten viele verschiedene Krankheiten übertragen und mit Bandwürmern infizieren können.

Kratzen, kratzen und noch mal kratzen!

Wie können Sie feststellen, dass Ihr Hund Flöhe hat? Wenn Ihr Hund plötzlich aufspringt und sich danach wild zu kratzen beginnt oder sich auf dem Boden wälzt, ist dies ein deutliches Anzeichen für einen Flohbefall. Die Flöhe selbst sind mit bloßem Auge nur sehr schwer zu erkennen, weil sie so klein sind und sich zudem auch gut verstecken. Daher ist es einfacher, die Haut des Hundes auf Irritationen zu überprüfen. Flöhe stechen bevorzugt an leicht zugänglichen Stellen wie im Bauchbereich, an der Innenseite der Beine oder im Beugebereich der Gelenke. Feurig rote Flecken können auf die Präsenz von Flöhen hinweisen. Manchmal sind die kleinen Parasiten selbst auch zu erkennen, wie sie sich auf der Haut fortbewegen, wenn das Fell gescheitelt wird. Flöhe können auf die unterschiedlichste Weise bekämpft werden. Eine Möglichkeit ist der Einsatz eines Flohkammes, der die Parasiten auf mechanische Weise entfernt.

Flohhalsbänder

Um Flöhe zu bekämpfen, können Sie verschiedene Techniken anwenden. Viele Hundebesitzer schwören auf Flohhalsbänder wie Seresto. Ein Flohhalsband ist sehr einfach und praktisch im Gebrauch und wirkt sicher und effektiv. In der Regel hält die Wirksamkeit über eine sehr lange Zeit (einige Monate) an und verliert auch seinen Schutz nicht, wenn es mit Wasser in Kontakt kommt.

Anti-Floh-Shampoo

Für eine schnelle Beseitigung der lästigen Parasiten können auch spezielle Shampoos gegen Flöhe eingesetzt werden wie Verminex Shampoo. Die Anwendung eines Shampoos ist zwar eine mühselige Angelegenheit, dafür wirkt es aber sehr schnell und ist zudem auch sehr effizient. Anti-Floh-Shampoos empfehlen sich immer dann, wenn eine schnelle Wirksamkeit bei akutem Flohbefall notwendig ist.

Tropfen gegen Flöhe

Die am häufigsten verwendete Alternative, Flöhe zu bekämpfen und gegen einen Befall vorzubeugen, sind Flohmittel in flüssiger Form: Flohtropfen (Spot-On-Produkte). Die Tropfen werden mit einer kleinen, handlichen Pipette direkt auf die Haut im Nackenbereich aufgetragen (lesen Sie bitte hierzu unbedingt die Gebrauchsanleitung). Die einzelnen Produkte schützen dann für einen Zeitraum von mindestens vier Wochen gegen Flöhe. Es gibt auch Produkte wie Frontline Spot on oder Amflee, die zusätzlich vor Zecken schützen. Produkte wie Scalibor halten zudem auch Mücken und Sandfliegen fern. Für einen effektiven Schutz ist es notwendig, alle Tiere im Haushalt gleichzeitig zu behandeln.

Vergessen Sie die Umgebung nicht!

Lediglich 5% der Flohpopulation befindet sich auf dem Hund selbst. Die übrigen 95% wie auch Eier und Larven leben in der näheren Umgebung Ihres Haustieres. Deshalb ist es unbedingt notwendig, auch die Umgebung des Hundes zu behandeln, um das Risiko eines erneuten Befalls zu minimieren. Dies kann mit Umgebungssprays wie Bolfo Fleegard Umweltspray oder Fleegard bewerkstelligt werden. Zudem sollten alle Textilien wie Kissen, Decken oder Hundebetten, mit denen der Hund in Kontakt kommt, bei hohen Temperaturen (> 60 °C) gewaschen werden, insofern dies möglich ist.

Weitere Blutsauger: Zecken

Zecken gehören zu den Milben (Acari), einer Unterklasse der Spinnentiere. An dem für Zecken so typischen, beutelförmigen Körper sitzen im vorderen Bereich vier Beinpaare. In Ruhestellung sind die eigentlichen Mundwerkzeuge nicht zu sehen. Der Stechrüssel (Hypostom), der Widerhaken aufweist, ist von den Tastorganen verdeckt. Beim Saugvorgang ritzt die Zecke die Haut ein und schiebt den Stechrüssel in die Wunde. Dabei sondert die Zecke Speichel ab, um beispielsweise die Blutgerinnung zu verhindern und das Schmerzempfinden zu hemmen. Während einige Zeckenarten nur 30 bis 60 Minuten saugen, dauert dieser Vorgang bei anderen einige Tage bis Wochen, wobei der Körper der Zecke bis auf das Hundertfache des ursprünglichen Gewichtes anschwillt. Nach dem Saugen löst sich die Zecke von selbst wieder vom Wirt. Durch den Speichel oder andere Körperflüssigkeiten können aber während des Saugvorganges üble Krankheiten übertragen werden.

Erkrankungen

Die häufigste von Zecken übertragene Krankheit ist die Lyme-Borreliose. Die Borreliose wird jedoch nicht von der Zecke selbst verursacht, sondern von einem Bakterium, das die Zecke in sich tragen kann. Für den Menschen ist eine Borreliose gefährlicher als für Hunde. Hunde erkranken meist an einer anderen Infektion, die durch die Zecke verbreitet wird, die Babesiose (Piroplasmose, Zeckenfieber) und Ehrlichiose (Rickettsiose). Nach einem Zeckenbiss bekommen Hunde plötzlich hohes Fieber, manchmal Gelbsucht oder gar schwere Anämie. Der Urin färbt sich dann grünlich oder rot. Symptome, die bei Rickettsiose auftreten, sind neben hohem Fieber auch Lethargie, Appetitlosigkeit, geschwollene Lymphknoten und Blutungen. Sind diese Anzeichen zu erkennen, muss schnell gehandelt werden.

Entfernen von Zecken: Hauptsache schnell!

Kontrollieren Sie regelmäßig das Fell Ihres Hundes auf Zecken und entfernen Sie diese umgehend mit einem Zeckenhaken oder dem Tick-Key. Denn je länger eine Zecke saugen kann, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Krankheitserreger übertragen werden. Betäuben oder quetschen Sie die Zecke nicht! Dann kann es passieren, dass diese den Inhalt ihrer (möglicherweise kontaminierten) Speicheldrüsen in die Haut des Hundes entleert, bevor Sie sie entfernen können. Die Zecke sollte bei der Entfernung so hautnah wie möglich gegriffen werden. Zudem ist es vorteilhaft, wenn die Zecke langsam und kontrolliert herausgezogen oder gedreht wird. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie die Zecke sicher entfernen, kontaktieren Sie im Zweifelsfall lieber Ihren Tierarzt.

Zusätzliche Informationen von unserem Tierarzt

Unser Tierarzt hat diverse ausführliche Artikel rund um das Thema Flöhe und Zecken geschrieben:

Flohmittel für Hunde und Katzen
Zecken bei Hunden und Katzen
10 Tipps gegen Flöhe und Zecken
Flöhe und Zecken bei Haustieren
Floh- und Zeckenschutz auf Reisen
Flohschutz im Winter

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