> Trennungsängste bei Hunden

Trennungsängste bei Hunden

Trennungsängste bei Hunden

Eines der bedeutendsten Verhaltensprobleme bei Hunden ist die Trennungsangst. Dabei ist zu unterscheiden, ob der Hund unter echter Trennungsangst leidet oder einfach nur nicht gut alleine zu Hause bleiben kann. Hunde, die unter Trennungsängsten leiden, verweilen zwar meist nicht gerne allein zu Hause, das bedeutet aber noch lange nicht, dass alle Hunde, die sich auffällig verhalten, wenn ihr Mensch nicht da ist, auch wirklich ängstlich sein müssen. Trennungsangst bedeutet nicht nur einen Eingriff in das Wohlbefinden des Hundes, auch für dessen Besitzer kann dieses Problem zu unangenehmen Situationen führen.

Ursachen der Trennungsansgt

Es sind die unterschiedlichsten Ursachen möglich, warum ein Hund Trennungsängste entwickelt. Nicht selten tritt dieses Phänomen bei Hunden auf, die (mehrfach) in einem Tierheim untergekommen sind. Problematisch dabei ist, dass Trennungsängste einer der häufigsten Gründe gehören, warum Hunde überhaupt im Tierheim abgegeben oder sogar beim Tierarzt eingeschläfert werden. Auch in solchen Fällen, in denen der Hund sehr stark abhängig von seinem Menschen oder unsicher ist, kann sich dieses Wohlfühlproblem entwickeln. Nicht zuletzt können plötzlich Trennungsängste auftreten, wenn der Hund eine traumatische Erfahrung gemacht hat, während er allein zu Hause war.

Symptome

Das Verhalten eines Hundes hängt in erster Linie vom Schweregrad seiner Angst ab. Es gibt Hunde, die - sobald die Tür ins Schloss fällt - zu winseln, bellen und jaulen anfangen, was nicht selten verärgerte Nachbarn zur Folge hat. Einige Hunde sind dabei sehr unruhig, laufen rastlos hin und her und urinieren in der Wohnung. In der Regel beruhigt sich der Hund schnell, sobald sein Besitzer wieder nach Hause kommt. Es scheint fast so, als sei nie etwas gewesen, was natürlich nicht stimmt. Manchmal ist auch das genaue Gegenteil zu beobachten: Der Hund verhält sich extrem enthusiastisch, wenn sein Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt. Um wirklich sicherzugehen, wie sich der Hund in Abwesenheit verhält, haben sich Kameras im Haus als sehr hilfreich erwiesen. Mit ihrer Hilfe kann genau beobachtet werden, was der Hund tut, wenn er auf sich allein gestellt ist. Und nun ist auch eine eindeutige Beurteilung möglich, welches Verhalten der Hund genau an den Tag legt und unter welchen Umständen dies passiert.

Wie sollte mit Trennungsangst umgegangen werden?

Diese Art von Verhaltensauffälligkeit ist nicht einfach zu lösen. Vor allem deshalb, weil zum Zeitpunkt des Verhaltens der Chef nicht zu Hause ist. Ein Eingreifen in diese Situation erweist sich praktisch als unmöglich. Für eine erfolgreiche Therapie sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen. So sollte zunächst sichergestellt werden, dass sich der Hund dort, wo trainiert wird, auch wirklich sicher fühlt und er die Umgebung (aus Erfahrung) als vertrauenswürdig einstuft. Erst danach kann langsam und vorsichtig damit begonnen werden, etwas zu verändern. Hierbei ist es sehr wichtig, dass Sie nach Hause zurückkehren, bevor der Hund extrem ängstlich oder gestresst ist. In dem Moment, wenn der Hund in Ihrer Nähe ist, müssen Sie klare und einheitliche Regeln einführen, sodass der Hund lernt, Ihnen zu vertrauen.

Unterstützungen und Hilfsmittel

Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, einem Hund in einer Stresssituation etwas beizubringen. Daher kann auf verschiedene Ergänzungs- oder Hilfsmittel zurückgegriffen werden, die gewährleisten, dass der Hund ein wenig entspannter ist. Das gibt Freiraum zum Erlernen neuer Verhaltensweisen. Medpets bietet eine breite Palette an unterstützenden Produkten. Dies sind beispielsweise natürlich beruhigende Mittel wie Zylkene oder Adaptil. Es ist auch ein Futter erhältlich, das speziell für (langfristige) Situationen entwickelt wurde, bei denen Angst eine Rolle spielt: Royal Canin Calm Diet. Keines dieser Produkte schränkt die Wahrnehmung Ihres Hundes ein oder betäubt ihn gar. Letztendlich kann auch das Thundershirt zum Einsatz kommen. Dies ist ein besonderes Shirt, das sehr eng am Körper des Hundes anliegt und eine beruhigende Wirkung auf ihn ausübt, ähnlich wie beim Einwickeln von Babys. Das Thundershirt ist jedoch nicht dazu gedacht, es den ganzen Tag lang zu verwenden.

Verlassen und Rückkehr

Von entscheidender Bedeutung ist, das Haus so ruhig wie möglich zu verlassen und zurückzukehren. Versuchen Sie, dem Hund in beiden Fällen keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Auf diese Weise verdeutlichen Sie Ihrem Hund, dass Ihr Kommen und Gehen etwas völlig Normales ist. Wenn Sie Ihrem Hund vor dem Weggehen besonders viel Aufmerksamkeit schenken, indem sie ihn ausgiebig liebkosen oder mit ihm sprechen, kann er auf die Idee kommen, dass etwas Außergewöhnliches passieren wird. Sie sollten zudem möglichst wenig offensichtliche Signale ausstrahlen, dass ein Verlassen des Hauses bevorsteht. Eine gute Idee kann es sein, den Fernseher oder das Radio eingeschaltet zu lassen, wenn Sie das Haus verlassen, da das Ausschalten für den Hund schon ein Warnsignal bedeuten kann. Auf Dauer kann allein das Ausschalten des Radios den Hund schon in Angst und Panik versetzen. Versuchen Sie sicherzustellen, dass sich der Hund in einem ruhigen Gemütszustand befindet, wenn Sie gehen. Ist der Hund zu diesem Zeitpunkt schon sehr aufgebracht, wird sich sein Zustand sicherlich nicht verbessern, wenn Sie wirklich nicht zu Hause sind. Natürlich kann auch fehlende Bewegung oder Langeweile zur Verstärkung von Trennungsängsten führen. Deshalb sollten Sie Ihrem Hund ausreichend Zeit für schöne Spaziergänge widmen. Ideal sind auch geistige Anstrengungen wie Spiele oder Übungen, denn ein müder und ausgelasteter Hund wird eher geneigt sein, sich zu entspannen.

Ablenkung

Manchmal kann auch Ablenkung zum Erfolg führen. Denn wenn ein Hund sorgfältig mit etwas beschäftigt ist, bleibt weniger Raum für die Entstehung von Stresssituationen. Letztendlich muss der Hund etwas Positives damit verknüpfen können, alleine zu Hause zu bleiben. Der beste Weg, einen Hund abzulenken, ist Futter. Natürlich muss zu diesem Zeitpunkt dafür gesorgt werden, dass der Hund nicht schon satt ist. Etwas unglaublich Leckeres, was der Hund normalerweise nicht bekommt, kann dabei vorteilhaft sein. Eine hervorragende Variante bietet die Verbindung von Spiel und Futter wie Kong, ein Hundespielzeug, das Sie mit Snacks füllen können. So ist der Hund für einen längeren Zeitraum beschäftigt.

Benchtraining

Eine Gitterbox kann ein sehr nützliches Instrument beim Umgang mit Trennungsängsten darstellen. Manchmal ist ein großer Wohnraum wie Wohnzimmer oder Küche für einen Hund zu überladen, sodass sich der Stress noch erhöht. Eine Box kann dem Hund sehr viel mehr Sicherheit bieten. Unbedingte Voraussetzung ist dabei, dass der Hund an die Box gewöhnt ist und sie als vertrauenswürdigen Liegeplatz ansieht!

Verhaltenstherapie

Leider kann das Problem in einigen Fällen nicht mit den oben genannten Änderungen gelöst werden. Am besten schalten Sie einen professionellen Verhaltenstherapeuten ein, der Sie bei der Bewältigung der Trennungsangst Ihres Hundes begleitet und unterstützt.

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