> Fühlt sich Ihr Hund wohl in seiner Haut?

Fühlt sich Ihr Hund wohl in seiner Haut?

Fühlt sich Ihr Hund wohl in seiner Haut?

Hunde leiden recht häufig unter Hautproblemen. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber ein Großteil unserer Vierbeiner hat schon einmal mit Hautproblemen zu tun gehabt, sei es vorübergehend oder auch chronisch. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf eine Reihe allergischer Hauterkrankungen.

Das größte Organ

Die Haut ist mit Abstand das größte Organ des Körpers und spiegelt sozusagen den Gesamtzustand des Tieres wider. Beeinträchtigungen im Immunsystem oder Erkrankungen werden oft von Haut- und/oder Fellveränderungen begleitet. Die Haut selbst hat eine Vielzahl von Funktionen. Hier sei beispielsweise die Barrierefunktion genannt: Die Haut schützt den Körper vor allerlei äußeren Einflüssen, Traumata und Infektionen. Darüber hinaus wird über die Haut die Körpertemperatur reguliert. Eine Vielzahl von nützlichen Substanzen kann über die Haut aufgenommen werden. Nicht zu vergessen: die wichtige sensorische Funktion der Haut.

Symptome

Bei allergischen Hauterkrankungen können unterschiedliche Symptome auftreten. In vielen Fällen ist ein Juckreiz, Rötungen, Irritationen oder ein Ausschlag zu beobachten. Diese Symptome gehen manchmal mit Haarausfall, stumpfem Fell, Hautverfärbungen und Kratzverletzungen einher. Neben diesen eindeutigen Hautproblemen können auch wiederkehrende Probleme mit den Ohren auf eine zugrunde liegende Hauterkrankung hindeuten. Hierbei handelt es sich in der Regel um Ohrenprobleme, bei denen weder Bakterien, Pilze, Hefen noch Milben zu finden sind. Schlechter Körpergeruch oder eine Rotfärbung am Fellrand (in der Regel zwischen den Zehen sichtbar) können auch ein Hinweis auf eine Erkrankung der Haut sein. Durch anhaltendes Lecken aufgrund einer chronischen Hauterkrankung verfärbt sich das ausgedünnte Fell schließlich leicht rötlich.
Obwohl Hunde mit Hautproblemen in der Regel nicht krank aussehen, so leiden diese Tiere doch offensichtlich unter Beschwerden. Besonders der permanente Juckreiz bedeutet für Hunde eine schwere gesundheitliche Beeinträchtigung.

Ursachen

Die Ursachen, die bei Hunden Hautprobleme hervorrufen können, sind vielfältig. Um einen Hund erfolgreich zu behandeln, ist es daher wichtig, dass er eingehend untersucht wird. Wenn nur die Symptome behandelt werden und nicht die Ursache, kommen die Beschwerden in der Regel nach einiger Zeit wieder und die ganze Mühe hat überhaupt nichts gebracht.
Oft sind mehrere Faktoren an den Problemen beteiligt, die letztendlich zu den klinischen Symptomen führen. Bei Allergien oder Überempfindlichkeiten spricht man von der sogenannten "Juckreizschwelle". Die Substanz, auf die ein Tier allergisch reagiert, wird als Allergen bezeichnet. Reagiert ein Hund empfindlich auf ein Allergen, kann eine bestimmte Schwelle überschritten werden und bei dem Hund treten Juckbeschwerden auf. Kommen unterschiedliche Überempfindlichkeiten zusammen, die einzeln ohne sichtbare Reaktion verlaufen würden, so können sich die einzelnen Empfindlichkeiten addieren und als großes Ganzes die Reizschwelle überschreiten. Im Folgenden zeigen wir kurz einige häufig auftretende Empfindlichkeiten auf.

Flohallergie

Eine der häufigsten Allergien, die bei Hunden auftreten, ist die gegen Flöhe. Die Hunde reagieren dabei allergisch auf die Proteine aus dem Speichel der Flöhe. Bei empfindlichen Hunden hat das eine sehr heftige allergische Reaktion mit schwerem und anhaltendem Juckreiz zur Folge. In den meisten Fällen tritt dieser Juckreiz vor allem an den Hinterbeinen und der Schwanzwurzel auf. Dort sind dann auch die Hautveränderungen zu finden, die durch das Kratzen oder Beißen des Hundes verursacht werden. Selbst ein einzelner Floh kann all diese heftigen Reaktionen auslösen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, gerade bei diesen Hunden penibel gegen Flöhe vorzubeugen!

Futtermittelallergie

Eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Nahrungsbestandteilen können nicht nur Magen-Darm-Symptome, sondern auch Hautprobleme verursachen. Häufig geht man davon aus, dass ein Tier keine Futtermittelallergie haben kann, insofern es immer das gleiche Futter über einen langen Zeitraum bekommen hat. Das stimmt jedoch nicht! Ein Tier kann tatsächlich eine Allergie entwickeln, wenn es permanent dem Allergen ausgesetzt ist.
In den meisten Fällen reagieren Hunde mit Nahrungsmittelallergien auf ein bestimmtes tierisches Eiweiß, das in Rindfleisch oder Huhn vorkommt. Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der allergischen Hunde scheint gegen eine Getreideart empfindlich zu reagieren.
Die einzige Möglichkeit, eine Futtermittelüberempfindlichkeit zu bestätigen und gleichzeitig zu behandeln, liegt in der Anpassung der Ernährung. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung, die Diät in den ersten sechs bis acht Wochen sehr streng einzuhalten und keinerlei andere Speisen, Leckereien oder Kausnacks zu füttern. Zudem muss auch verhindert werden, dass der Hund auf der Straße etwas zu sich nimmt. Erst nach dieser Zeit kann beurteilt werden, ob die Diät für den Hund geeignet ist, denn nur auf diese Weise ist auszuschließen, dass eine eventuelle Reaktion noch durch die "alten" Futtermittelbestandteile verursacht wird.

Es gibt zwei Arten von Diäten, die für Hunde mit Verdacht auf eine Futtermittelallergie geeignet sind:

  • Zum einen ist eine Diät möglich, bei der die im Futter vorhandenen Proteine hydrolysiert wurden. Eine Hydrolyse stellt sicher, dass vorhandene Proteine in kleinere Stücke zerlegt werden. Als Folge wird das ursprüngliche Protein als solches nicht vom Körper erkannt und das Immunsystem reagiert nicht darauf.
  • Zweitens kann eine echte Eliminationsdiät angewendet werden. Bei dieser Diät enthält das Futter nur eine einzige neue Proteinquelle, die der Hund noch niemals vorher gefressen hat. Proteinquellen, die sich für diesen Zweck eignen, sind beispielsweise Hirsch, Pferd, Wachtel, Strauß oder Kaninchen. Eines dieser Proteine wird mit einer Kohlenhydratquelle wie Reis oder Kartoffeln und einer Vitamin-Mineralstoff-Ergänzung kombiniert. Hierbei kann es sich um eine selbst hergestellte Diät (häufig in der Anfangsphase) oder Fertignahrung handeln.

Atopie

Bei Atopie reagiert der Körper auf vollkommen harmlose Substanzen in der Umwelt. So können Hunde beispielsweise auf Allergene wie Milben (einschließlich Hausstaubmilben), Tierhaare, bestimmte Pollen oder Gräser reagieren. In den meisten Fällen sprechen atopische Hunde auf mehrere Allergene an. Bei einem Hund mit Atopie werden die ersten Symptome meist im dritten Lebensjahr beobachtet. Hautläsionen und Juckreiz sind vor allem im Kopfbereich, am Unterleib und den Beinen zu finden. Atopische Probleme haben eine erbliche Komponente.
Neben allerlei unterstützenden Maßnahmen kann es sinnvoll sein, den Hund zu desensibilisieren. Das bedeutet zu versuchen, den Hund über einen bestimmten Zeitraum weniger anfällig für die Allergene zu machen. Die Desensibilisierung erfolgt mittels Injektionen, die die Allergene in verdünnter Konzentration enthalten. Mit der Zeit steigen die verabreichten Mengen des Allergens ständig an. Es kann mehrere Monate dauern, bis die Behandlung anschlägt.
Manchmal ist es notwendig, Medikamente zu verabreichen, die die Überreaktion des Immunsystems hemmt. Hierdurch sollen die Hautreaktionen stark reduziert werden.

Was kann Ihr Tierarzt für Sie tun?

Bei Hunden mit Hautproblemen und Juckreiz ist es unerlässlich, zur Problemlösung ganz genau zu untersuchen, welche Ursache den Symptomen zugrunde liegt und ob es bereits zu Sekundärinfektionen gekommen ist. Hierzu kann der Tierarzt eine mikroskopische Untersuchung von Hautabschabungen machen, eine Gewebeprobe entnehmen oder einen Pilztest, eine bakteriologische Untersuchung, einen Bluttest und natürlich Allergietests durchführen. Eine exakte Diagnose ist unbedingt notwendig, um eine geeignete Therapie für den Hund zu erstellen. Nur so bestehen die besten Chancen auf eine Verbesserung oder Heilung. Lediglich die Symptome zu bekämpfen, bietet langfristig bei chronischen Hautproblemen keine dauerhafte Lösung.
Ihr Tierarzt kann Ihrem Hund bei diesen Problemen entweder direkt helfen oder er verweist Sie an einen Fachtierarzt für Dermatologie, falls dies erforderlich sein sollte.

Was können Sie selbst tun?

Um einen Hund mit Hauterkrankungen so gut wie möglich zu unterstützen, sind unterschiedliche Maßnahmen möglich. Kann die Haut und das Fell des Hundes in optimalem Zustand gehalten werden, so ist das bereits eine wichtige Prävention für das Auftreten klinischer Symptome. Neben einer eventuellen Medikamentenbereitstellung ist auch eine gute Hautpflege von entscheidender Bedeutung.

Essenzielle Fettsäuren

Für eine gut funktionierende Hautbarriere sind essenzielle Fettsäuren sehr wichtig. Sie tragen zur Wiederherstellung der Feuchtigkeitsbalance sowie der Struktur von Haut und Fell bei. Hierdurch verstärkt sich der Widerstand der Haut und es treten weniger schnell Schäden auf. Diese essenziellen Fettsäuren können dem Hund über das Futter oder auch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Darüber hinaus sind auch Präparate in Pipetten erhältlich, die die Haut bei regelmäßiger Anwendung stärken.

Diäten

Liegt der Überempfindlichkeit eine Nahrungsmittelallergie zugrunde, ist eine angepasste Diät natürlich der erste Schritt in der Therapie! Zunächst werden durch geeignete Diäten bestimmte Allergene vermieden. Darüber hinaus enthalten die Spezialfutter dringend benötigte Nährstoffe, um den Hund bei der zugrunde liegenden Erkrankung zu unterstützen. Die essenziellen Fettsäuren sind hier meist schon enthalten, ebenso wie unterstützende Vitamine und Mineralstoffe.
Die Suche nach der perfekten Ernährung kann manchmal sehr lange dauern. Eine Eliminationsdiät muss für sechs bis acht Wochen sehr streng eingehalten werden, bevor eine verlässliche Beurteilung möglich ist. Falls eine Diät nur unzureichende Ergebnisse liefert, muss derselbe Prozess mit einem anderen Futter durchlaufen werden.

Unterstützende Hautpflege

Bei der Vorbeugung gegen Hautprobleme ist eine gute Fellversorgung wichtig. Hier sei beispielsweise wöchentliches Bürsten sowie - abhängig vom Fell des Hundes - regelmäßiges Trimmen des Fells genannt. Wer die Haut in optimalem Zustand hält, reduziert damit das Auftreten von Hautreaktionen deutlich. Selbst wenn bereits Hautprobleme aufgetreten sind, kann die richtige Pflege helfen, die Beschwerden zu lindern, die Genesung zu beschleunigen und erneuten Problemen vorzubeugen.
Zunächst ist es ratsam, Hunde mit Hautproblemen nur mit einem geeigneten Shampoo zu waschen. Auf diese Weise werden Schmutz, Mikroorganismen und gegebenenfalls auch die Allergene aus dem Fell entfernt. Gleichzeitig beruhigt das Shampoo die (juckende) Haut und versorgt sie mit Feuchtigkeit. Bei der Pflege darf auch die Reinigung der Ohren nicht vergessen werden, da allergische Hautreaktionen häufig mit Ohrenproblemen zusammenhängen. Hierfür sind viele Arten von Ohrreinigern erhältlich. Hunde bestimmter Rassen neigen mehr oder minder zu Faltenbildung in der Haut. Diese Hautfalten treten vor allem in der Höhe der Schnauze und am Schwanzansatz auf. Bei empfindlichen Tieren können diese Falten ernsthafte Probleme verursachen. Um die Falten sauber und trocken zu halten, sind verschiedene desinfizierende und reinigende Tücher verfügbar.
Allergische Hautreaktionen können das Wohlbefinden Ihres Hundes in starkem Maße beeinflussen. Eine gründliche Untersuchung, eine geeignete Therapie und eine gute Unterstützung können deutliche Verbesserung schaffen. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr vierbeiniger Freund wirklich wohlfühlt in seiner Haut!

Teilen Sie diesen Artikel

Diese Seite verwendet Cookies.   -   schließen