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BARF - Rohfleischfütterung

BARF - Rohfleischfütterung

In diesem Artikel geht unsere Tierärztin näher auf das Fütterungskonzept BARF ein. Sie erfahren, was sich hinter diesem Begriff versteckt, und welche Hintergründe die Strömung hat. Natürlich beraten wir Sie auch zu den möglichen Vor- und Nachteilen der Rohfleischfütterung, und geben Ihnen Tipps dazu, was Sie hierbei beachten sollten.

Geschichte

Der Begriff BARF ist eine Abkürzung und steht für “Biologically Appropriate Raw Food”oder “Bones and Raw Food”. Es handelt sich hier um ein Fütterungskonzept, dass in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden ist.

Der Ursprung dieser Strömung liegt um 1930; die holistische Tierärztin Juliette de Baïracly Levy empfahl damals in Ihren Handbüchern, Hunden rohes Fleisch und Knochen zu füttern ( “The Complete Herbal Book for the Dog", 1950).

Ian Billinghurst, ein australischer Tierarzt, wird von vielen als Gründer der heutigen BARF-Strömung angesehen. Er ist Autor des bekannten Buches “Feeding the adult dog. Give your dog a bone “( 1993).

Hintergründe

Das Konzept, das hinter BARF steht, ist einfach: Hunde und Katzen sind Karnivoren (Fleischfresser), daher sind auch ihr Gebiss und der Verdauungstrakt von Natur aus optimal für Fleisch und Knochen ausgerüstet.

Es gibt verschiedene Methoden der Rohfleisch-Fütterung:

Fertiges Rohfleisch-Futter

Dies ist im Handel erhältliches, rohes Tiefkühlfutter. Solches Futter ist als vollständiges Tierfutter gedacht, und sollte alle nötigen Nährstoffe enthalten.

Eigenes Fütterungskonzept aus selbst zubereitetem rohem Fleisch, hier ein paar Beispiele:

BARF gemäß Ian Billlinghurst. Diese Diät besteht zu 60% aus rohem Fleisch, das mit verschiedenen Zutaten ergänzt wird, welche der Hund (oder Wolf) in der Wildnis auch essen würde. Beispielsweise grünes Gemüse, organisches Fleisch, Eier, Milch, Joghurt und kleinere Mengen Getreide und Hülsenfrüchte.

BARF im Sinne des australischen Tierarztes Tom Lonsdale. Dieser geht von der Zusammenstellung eines Beutetieres aus. Hierbei werden also weder Getreide, noch Gemüse oder Milchprodukte zugegeben. Stattdessen werden soweit möglich ganze Tiere (mit Skelett) verfüttert.

Ausschließlich rohes Fleisch und Knochen bilden allerdings keine vollständige Tagesration für Hunde und Katzen. Dies sollte mit unter anderem Calcium, Phosphor, den Vitaminen B, C und D sowie Omega-3 und -6 Fettsäuren kombiniert werden.

Bei Medpets erhalten Sie die Nahrungsergänzungsmittel von Canina und cdVet, die ein Hund bei der BARF-Fütterung benötigt.

Vorteile

Die Erfahrungen mit BARF sind in vielen Fällen positiv. Der Kot wird weniger und besser geformt, die Haut ist gesünder, Ohrentzündungen verschwinden und das Fell glänzt noch schöner. Allerdings gibt es keine wissenschaftlichen Nachweise zu den Vorteilen der BARF-Fütterung. Die hier beschriebenen positiven Effekte stammen aus Erfahrungen von Tierärzten und Hundebesitzern.

Nachteile

Die möglichen Risiken, die mit der Fütterung von rohem Fleisch einhergehen, sind allerdings wissenschaftlich belegt. Rohfleisch kann mit schädlichen Bakterien verseucht sein, wie Campylobacter oder Salmonellen, die zu ernsthaften Magenproblemen führen können. Daher raten wir sehr davon ab, Rohfleisch an Welpen zu füttern, oder Hunden bzw. Menschen (in Ihrem Haushalt) mit abgeschwächtem Immunsystem zu geben. Das Füttern von Knochen führt zudem das Risiko mit sich, dass scharfe Knochenstücke die Magen- oder Darmwand durchbohren, was ernsthafte Folgen haben kann.

Wenn Sie erwägen, Ihren Hund oder Ihre Katze mit Rohfleisch zu füttern, sollten Sie sich in jedem Fall gut beraten lassen was die Zusammenstellung des täglichen Futters betrifft. Am besten lassen Sie die vorgesehene Diät durch eine qualifizierte Instanz auf Vollständigkeit und Ausgewogenheit kontrollieren.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder zu anderen Erkrankungen / Produkten? Nehmen Sie dann gerne Kontakt mit unserer Tierärztin auf unter Telefonnummer 06922 222 95 73, oder per E-Mail an tierarzt@medpets.de.

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