> Arthrose erkennen und behandeln

Arthrose erkennen und behandeln

Arthrose erkennen und behandeln

Was ist Arthrose?

Arthrose ist eine weitverbreitete Gelenkerkrankung bei Hunden, Katzen und Pferden. Sie wird durch Verschleißerscheinungen in den Gelenken verursacht und kann Bewegungseinschränkungen wie Schmerzen verursachen. Ist der Prozess erst einmal in Gang gesetzt, hört er von selbst nicht mehr auf und der Verschleiß wird stetig vorangetrieben. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Veränderungen im Gelenkknorpel bei Arthrose stattfinden, und wie Sie dies bei Ihrem Tier erkennen können. Arthrose kann leider nicht geheilt werden. Der Prozess kann jedoch mit Hilfe einer guten Behandlung und Unterstützung verlangsamt werden, worauf hier näher eingegangen wird.

Wie sieht ein Gelenk aus?

Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung aus zwei (oder mehr) auf- oder ineinander passenden Knochen. Die Enden dieser Knochen (Gelenkflächen) sind mit Knorpelgewebe überzogen. Um das Gelenk herum befindet sich eine Gelenkkapsel, um die Knochen zu fixieren. Der Gelenkknorpel ist zwar ein sehr festes, trotzdem aber druck- und biegungselastisches Stützgewebe. Der Knorpel sorgt für eine glattere Oberfläche, damit sich die Knochen reibungslos gegeneinander bewegen können. Zudem ist der Gelenkknorpel in der Lage, Stöße wie ein Puffer abzufangen. Im Inneren ist die Gelenkkapsel mit einer Membran ausgekleidet, der sogenannten Synovialmembran. Diese produziert die Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit), eine zähe Flüssigkeit, die die Gelenke schmiert und Nährstoffe für das Knorpelgewebe enthält.

Welche Veränderungen in den Gelenken treten bei Arthrose auf?

Bei einer Arthrose wird der Knorpel im Gelenk stetig rauer und dünner. Infolge dessen gleiten die Knochen nicht mehr reibungslos bei Bewegungen übereinander. Die stoßdämpfenden Eigenschaften nehmen ab. Durch die verminderte Federkraft des Knorpels muss die umschließende Kapsel nun vermehrt Stöße abfangen und kann dabei beschädigt werden, was entzündliche Reaktionen zur Folge hat. Die strapazierte Gelenkkapsel verdickt sich und wird zunehmend starrer und steifer. Durch die Entzündung verflüssigt sich die sonst zähe Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) und enthält nur noch wenig bis kaum noch Nährstoffe, die für den Aufbau und die Reparatur des Knorpels notwendig sind.

Durch die Reduzierung der Knorpelschicht wird der Druck auf die Gelenkflächen nicht mehr gut verteilt. Der Knochen beginnt nun, seine tragende Fläche zu erweitern, indem er sich verdickt und verbreitert. An den Knochenenden können deshalb unkontrollierte Knochenwucherungen (Exostose) auftreten. Im Gegensatz zum Knorpelgewebe ist der Knochen schmerzempfindlich. Es kann daher zu starken Schmerzreizen kommen, wenn der Knochen Druckbelastungen ausgesetzt wird.

Arthrose bei Hunden

Im Anfangsstadium hat der Hund Probleme, sich nach dem Schlafen von seinem Lager zu erheben oder lahmt beim Laufen wegen der Schmerzen, die eine Arthrose mit sich bringt. Normalerweise leiden diese Hunde unter "Startschwierigkeiten". Das bedeutet, das Aufstehen und die ersten Schritte fallen ihnen sichtlich schwer, sie bewegen sich steif und lahmen, wenn sie sich nach einer Ruhephase wieder bewegen. Ist der Hund eine Weile in Bewegung, können diese Symptome nachlassen. Im fortgeschrittenen Stadium von Arthrose kann der Hund neben zunehmenden Schmerzen auch unter Muskelschwäche leiden.

Da die Hunde wegen der Schmerzen ihre Gelenke weniger belasten, nimmt infolge dessen die Muskelmasse um die betroffenen Gelenke ab, sodass sich eine zunehmende Muskelschwäche ausbildet. All diese Dinge sorgen zusammen dafür, dass der Hund große Mühe beim Aufstehen hat und manchmal sogar Hilfe benötigt. Er kann nicht mehr selbstständig ins Auto springen und neigt dazu, auf glatten Untergründen auszurutschen. Im Laufe der Zeit wird das Laufen für den Hund immer anstrengender. Und wenn die Arthrose weiter fortschreitet, vermindert sich nicht nur die Lust auf einen Spaziergang, sondern der Hund bleibt beim Laufen einfach stehen oder legt sich sogar hin.

Ursachen für Arthrose bei Hunden

Beschädigungen des Knorpels können unter anderem durch eine Überbelastung eines oder mehrerer Gelenke, Verletzungen oder einen langfristigen Mangel an essenziellen (futterabhängig) Aminosäuren entstehen. Zudem spielen genetische Faktoren eine Rolle.

Vorbeugen gegen Arthrose

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, das Risiko einer Arthrose zu verringern.

  • Um den Hund mit ausreichenden Mengen an wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren zu versorgen, ist ein gutes Futter von entscheidender Bedeutung. Hundefutter, das heutzutage auf dem Markt ist, enthält im Allgemeinen genug von diesen Inhaltsstoffen. Manchmal ist jedoch eine zusätzliche Ergänzung nötig, um den Hund in gutem Zustand zu halten.
  • Gehen Sie mit Vorsicht und Bedacht vor, wenn Sie sich einen Welpen aus einem Wurf einer großen Hunderasse aussuchen. Stellen Sie sicher, dass die Eltern auf häufig vorkommende Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) getestet wurden. Sind beide Elternteile nicht von diesen Erkrankungen betroffen, ist das Risiko minimal, dass Ihr Welpe später an HD oder ED erkrankt.
  • Gehen Sie achtsam und altersgerecht mit den körperlichen Anforderungen an Ihren Hund um. Vor allem heranwachsende und ältere Hunde dürfen nicht überfordert werden. Lassen Sie sich ihren jungen Hund nicht zu viel oder zu stark bewegen und sorgen Sie dafür, dass sich die Gelenke gut entwickeln können. Ein Hund, der sich im Wachstum befindet, hält schwere Spitzenbelastungen wie Langstreckenläufe oder wildes Herumtoben noch nicht aus. Genauso wenig sollte er hinter einem Stöckchen oder Ball herrennen, neben dem Fahrrad laufen, Treppen steigen oder in das Auto hinein oder aus ihm herausspringen. Im Allgemeinen gilt die Regel: Das Alter des Welpen in Wochen entspricht den Minuten, die der Hund pro Spaziergang laufen darf. Auch ältere Hunde profitieren von häufigeren, kürzeren Spaziergängen. Weiter unten erläutern wir das Bewegungsprogramm im Einzelnen.
  • Stellen Sie sicher, dass sich das Körpergewicht Ihres Hundes im optimalen Bereich befindet und er nicht zu viele Pfunde mit sich herumschleppt. Übergewicht kann unter anderem dazu beitragen, dass sich eine Arthrose überhaupt erst entwickelt.

Behandlung von Arthrose bei Hunden

Bei Arthrose ist leider keine Heilung möglich. Aber durch die richtige Behandlung und Unterstützung kann der Prozess verlangsamt werden.

Gewichtsabnahme

Ist Ihr Hund zu schwer, ist eine Gewichtsreduktion ratsam. Das eigene Körpergewicht übt einen nicht unerheblichen Druck auf die Gelenke aus. Dadurch, dass Sie das Gewicht Ihres Hundes in optimale Bereiche bringen und dort halten, verhindern Sie, dass die Gelenke aufgrund der Belastung durch ein zu hohes Körpergewicht verschleißen.

Bewegungsprogramm anpassen

Wichtig ist es auch, sich an ein regelmäßiges Bewegungsmuster zu halten. Mehrere kurze Spaziergänge am Tag sind immer besser als eine sehr lange Wanderung. Weiterhin sollten diese Bewegungen möglichst flüssig und gleichmäßig verlaufen, wie beispielsweise beim Laufen neben dem Fahrrad. Auch Schwimmen gehört zu den Fortbewegungsarten, bei denen die Gelenke nur minimalen Belastungen ausgesetzt werden. Kurzfristige Spitzenbelastungen und Überlastungen sollten (so gut es geht) verhindert werden. Ein Wochenendtrip zum See ist beispielsweise nicht das Optimale. Für Gelenke mit Arthrose sind schnelle Drehungen und Wendungen katastrophal. Ein Tierphysiotherapeut kann Ihnen dabei helfen, einen Bewegungsplan für Ihren Hund aufzustellen.

Futter

Im Handel gibt es spezielle Diätfutter zur Unterstützung der Gelenke. Diese Diäten enthalten oft Omega-3-Fettsäuren, die dafür sorgen, dass weniger Entzündungsprodukte in den Gelenken erzeugt werden. Zudem enthalten sie häufig Chondroitin und Glucosamin oder Grünlippmuscheln, die die Gelenke unterstützen. Beispiele für solche Futter sind Specific Joint Support, Royal Canin Mobility C2P+, Hill's Canine J/D.

Nahrungsergänzung

Alternativ können Sie zum regulären Futter eine Nahrungsergänzung mit den genannten Inhaltsstoffen geben wie beispielsweise Trovet Mobility, Sashas Blend, Arthruloxyl, Seraquin, Doils Joint.

Medikamente

Schmerzmittel/Entzündungshemmer wie nicht-steroidale und steroidale Entzündungshemmer sowie manchmal auch Opiate. Ihr Tierarzt kann Sie hierbei beraten.

Physiotherapie

Regelmäßige, kontrollierte Bewegungen eignen sich am besten. Ein Physiotherapeut kann Ihnen helfen, das Training Ihres Hundes zu optimieren. Einige Physiotherapeuten bieten auch eine Hydrotherapie an.

Arthrose bei Katzen

Bei einer Katze eine Arthrose zu erkennen, ist viel schwieriger als bei Hunden. Katzen zeigen weniger spezifische Symptome, als dies bei Hunden der Fall ist. So ist eine Lahmheit bei Katzen nämlich nicht so schnell zu erkennen. Anzeichen, die bei Katzen auf eine Arthrose hindeuten können, äußern sich beispielsweise darin, dass das Tier mehr schläft, nicht mehr auf die Fensterbank oder den Schrank springt, die Katze Ihr Fell weniger gut pflegt, weniger spielt oder beispielsweise neben die Katzentoilette uriniert. Dies sind Symptome, die auch manchmal fälschlicherweise für ‘normale‘ Alterserscheinungen gehalten werden. Es wird angenommen, dass etwa 30 bis 90% aller Katzen, die über sechs Jahre alt sind, an Arthrose leiden.

Behandlung von Arthrose bei Katzen

Es ist nicht möglich, Arthrose zu heilen, aber mittels einer guten Behandlung und Unterstützung kann das Fortschreiten der Erkrankung doch deutlich verlangsamt werden. Die Behandlung von Katzen gleicht größtenteils der von Hunden.

Gewichtsabnahme

Eine Gewichtsreduzierung im Fall von Übergewicht gilt auch für Katzen.

Bewegungsprogramm anpassen

Ein geeignetes Bewegungsmanagement auszuarbeiten, ist bei Katzen eine deutlich größere Herausforderung als bei Hunden. Hauptsächlich besteht die Möglichkeit, die Umgebung an die Bedürfnisse der Katze anzupassen. Von Natur aus möchten Katzen überall hinaufklettern und von einer erhöhten Stelle ihre Umgebung beobachten. Stellen Sie Ihrer Katze Leitern oder Tritte zur Verfügung, sodass sie weiterhin noch ihre Lieblingsplätze in der Höhe erreichen kann. Bieten Sie Ihrer Katze statt eines vertikalen Kratzbaums lieber eine horizontale Kratzgelegenheit an. Versuchen Sie außerdem, Ihre Katze in Bewegung zu halten, indem Sie an verschiedenen Stellen in der Wohnung Futternäpfe aufstellen. Animieren Sie sie zum Spielen. Angesichts dessen, dass sich die Katze nicht mehr so gut putzen kann, wäre es schön, wenn Sie Ihr Haustier (wenn die Katze es zulässt) durch regelmäßiges Bürsten unterstützen.

Futter

Auch für Katzen gibt es im Handel spezielles Futter wie Specific Joint Support, Royal Canin Mobility, Hill's J/D.

Nahrungsergänzung

Für Katzen bieten wir eine Reihe an Nahrungsergänzungsmitteln an, beispielsweise Trovet Mobility, Sashas Blend, Seraquin, Synopet.

Medikamente

Schmerzmittel/Entzündungshemmer wie nicht-steroidale und steroidale Entzündungshemmer sowie manchmal auch Opiate. Ihr Tierarzt kann Sie hierbei beraten.

Physiotherapie

Regelmäßige, kontrollierte Bewegungen eignen sich am besten. Ein Physiotherapeut kann Ihnen helfen, das Training Ihrer Katze zu optimieren.

Arthrose bei Pferden

Bei Pferden tritt Arthrose vor allem am Hals, den Beinen oder am Kiefergelenk auf. Aus diesem Grund häufen sich bei Pferden Symptome wie Schwierigkeiten beim Fressen, Lahmheit, sie beugen den Hals nicht mehr oder laufen unregelmäßig. Die Ursache für Arthrose bei Pferden liegen meist in einer Überbelastung, einem abweichenden Beinstand, Gelenkinfektionen oder treten altersbedingt auf. Ihr Tierarzt kann eine Arthrose bei Ihrem Pferd mithilfe von Röntgenaufnahmen nachweisen.

Behandlung von Arthrose bei Pferden

Arthrose ist nicht heilbar, aber mittels einer guten Behandlung und Unterstützung kann das Fortschreiten des Prozesses deutlich verlangsamt werden.

Gewichtsabnahme

Eine Gewichtsreduzierung bei Übergewicht gilt auch für Pferde.

Bewegungsprogramm anpassen

Es ist sehr wichtig, sich an ein regelmäßiges Bewegungsprogramm zu halten, wenn Ihr Pferd an Arthrose leidet. Das Pferd muss unbedingt in Bewegung bleiben, darf gleichzeitig aber nicht zu sehr belastet werden. Halten Sie Ihr Pferd deshalb täglich in Bewegung und sorgen Sie für das richtige Aufwärm- und Abkühlprogramm. Vermeiden Sie Spitzenbelastungen wie häufiges Springen, Geländewettbewerbe und dergleichen. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über ein geeignetes Trainingsprogramm.

Nahrungsergänzung

Auch für Pferde bieten wir eine Reihe von Nahrungsergänzungsmitteln an, beispielsweise Primeval Gelatinat, Puur Glucosamine Extra, Synopet Equisin, Suppleeze Equine.

Medikamente

Schmerzmittel/Entzündungshemmer wie nicht-steroidale und steroidale Entzündungshemmer sowie manchmal auch Opiate. Ihr Tierarzt kann Sie hierbei beraten.

Physiotherapie

Regelmäßige, kontrollierte Bewegungen eignen sich am besten. Ein Tierphysiotherapeut kann Ihnen helfen, das Training Ihres Pferdes zu optimieren.

Haben Sie Fragen zu diesem Thema oder zu anderen Erkrankungen / Produkten? Nehmen Sie dann gerne Kontakt mit unserer Tierärztin auf unter Telefonnummer 06922 222 95 73, oder per E-Mail an tierarzt@medpets.de.

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